Zucker.
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Zucker. Gewöhnlicher Zucker, Rohrzucker, Kry-stallisirbarer Zucker; Sacharose von Berthelot, Sacharum.
Der gewöhnlich als Kandiszucker oder Hutzucker verwendeteKörper, zu den sogenannten Kohlehydraten gehörig. Formel: C 12 Hu O noder richtiger vielleicht C 2 4ftj20 2 2. Dieser Körper findet sich sehr allge-mein verbreitet im Pflanzenreich; besonders reichlich im Saft des Zucker-rohres Sacharum officinarum oder Arundo sacharifera, dann einigerVarietäten der Runkelrüben; im Stengel des Mais findet sich am meistenZucker vor dem Blühen, oder zur Zeit der Reife wenn beim Blühen dieweiblichenBlüthen entfernt wurden; auch der Saft vom Stamm der Ju-glans alba, von Tilia Europaea, der Saft verschiedener Betula- undAcer-Arten, namentlich von Ac. sacharinum (Zuckerahorn) enthält imFrühjahr Rohrzucker (s. Ahornzucker). Er findet sich ferner in denWurzeln von Angelica archangelica L., von Chaerophyllum bulbosam,Cichorium Intybus, Bauens Carota, Helianthus tuberosus, in den Bataten(von Convolculus Batatas) u. a. m.; dann in vielen Früchten: Orangen,Citronen, Bananen, den bitteren und süssen Mandeln, Wallnüssen undHaselnüssen, dem Johannisbrod (von Süiqua äulcis) und vielen anderen.Rohrzucker findet sich ferner in dem Nectar der Blüthen und scheidet sichhieraus zuweilen in Krystallen ab, so findet er sich in den Blüthen vonRhododendron ponticum, von Cactus-Arten u. a. m. Der Zucker findet sichin den einzelnen Pfianzentheilen nur zu gewissen Zeiten in reichlichsterMenge so im Mais (s. oben), in den Runkelrüben (s. d. Art. Zucker-fabrikation), in den Stengeln von Sorghum, die bei völliger Reife nurRohrzucker enthalten (Gössmann. Leplay), während sie im unreifenZustande auch Fruchtzucker oder diesen allein enthalten. Nach Buig-net') enthalten viele der säuerlichen Früchte (Ananas, Erdbeeren, ver-schiedene Aepfel, Orangen, Mirabellen u. a.) Rohrzucker zum Theil vor-herrschend. Manche Pflanzensäfte enthalten zugleich Invertzucker, sodie Mannaarten und andere Substanzen. Buignet nimmt an, dasa ur-sprünglich vielleicht aller Zucker als Rohrzucker vorhanden war, dersich beim Reifen theilweise in Fruchtzucker umsetzt; die Orangen ent-halten nach Berthelot und Buignet im unreifen Zustande Frucht-zucker und Rohrzucker, beim Reifen nimmt besonders die Menge desletzteren zu, während die Menge des ersteren sich wenig ändert. NachBuignet bildet sich der Zucker beim Reifen der Früchte nicht ausStärkmehl, sondern aus einem eigenthümlichen herben wie es scheintden Gerbsäuren nahestehenden Stoff. Der Rohrzucker geht in denFrüchten nur durch Einwirkung eines stickstoffhaltenden Ferments(Glucose-Ferment) in umgewandelten Zucker über; denn die organischenSäuren wirken nach Buignet in der Verdünnung wie sie in den Frucht-säften enthalten sind auf den Rohrzucker nicht verändernd ein.
Als thierisches Product findet sich Rohrzucker nur selten, dochfindet er sich im frischen Bienenhonig neben Glucose; er verwandelt sichaber beim Aufbewahren des Honigs in Rechtstraubenzucker, der sich kör-nigkrystallinisch absetzt und Linkstraubenzucker der flüssig und gelöstbleibt (Soubeiran. Dubrunfaut. Vergl. auch unter TraubenzuckerBd. VIII, S. 996 u. 1016). Der Honig einer unter den Wendekreisen
!) Buignet, Annal. de ohini. et de phys. [3.] T. LXI, p. 233; Compt rend.T. LI, p. 854; Berthelot et Buignet, Compt. rend. T. LI, p. 1094; Chem.Centralbl. 1861, S. 223.
Handwörterbuch der Chemie. Bd. IX.
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