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9 (1864) [U - Z]
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316 Wachs, gewöhnliches.

ist es fast unlöslich darin, es löst sich in 10 Tliln. Aether, leichtin ätherischen und fetten Oelen, in Chloroform, Schwefelkohlenstoff,Benzol und anderen Flüssigkeiten.

Die näheren Bestandteile des Wachses sind vielfach Gegenstandder Untersuchung und der Erörterung gewesen.

John 1 ) hatte schon 1812 bemerkt, dass das Wachs durch sieden-den Alkohol in lösliches Cerin und unlösliches Myricin zerlegtwerde. Boudet und Boissenot 2 ) fanden, dass das Cerin nebendem verseifbaren Bestandtheil, dem eigentlichen Cerin, ein unverseif-bares Fett Cerain enthalte; Bucholz und Brandes 3 ) und späterLewy 4 ) fanden, dass sich im Alkohol nehen dem festen Cerin ein öl-artiger Körper Cerolein (Keralein von Berzelius) löse.

Das Wachs ist häufig und mit bedeutend abweichenden Resultatenuntersucht, namentlich von Boudet und Boissenot, Ettling 5 ),Hess 6 ), Lewy U.A., zuletzt von Brodie 7 ), dem wir erst die genauereKenntnis» von der Beschaffenheit des Wachses verdanken. Hess undLewy hatten das Wachs als Gemenge einer Elementaranalyse unter-worfen, obgleich es bekannt w r ar, dass es einen in Alkohol löslichenund einen darin unlöslichen Bestandtheil enthalte; sie fanden:

Hess. Lewy

gebleichtes ungebleichtesWachs. Wachs.

Kohlenstoff . . 81,4 79,3 80,2

Wasserstoff . . 13,2 13,2 13,4

Sauerstoff . . . 5,4 7,5 6,4

Danach enthielte das gebleichte Wachs etwas mehr Sauerstoff undweniger Kohlenstoff, doch enthalten beide Arten wesentlich die gleichenBestandtheile, so dass der Unterschied in der Zusammensetzung nur be-dingt sein kann durch die Umänderung des Farbstoffs oder eines ande-ren in geringer Menge vorhandenen Stoffes. Aus der Analyse des Wachsesberechnete Hess (nach dem alten Atomgewicht des Kohlenstoffs):CaoH^eO; nach C = 6 berechnet sich = C 14 lf 14 0. Nach van derVliet 8 ) wäre das Wachs eine einfache Substanz, enthielte aber docheinen sauerstoffreicheren und leichter in Alkohol löslichen KörperC ]0 Hi 0 O, und einen kohlenstoffreicheren Körper C20H20O? die zusam-men das Wachs C 30 H 30 O-i bilden. Nach Lewy wäre das Wachswie das gleich zusammengesetzte Cerin = C34H34O2.

Br odie brachte durch seine ausgezeichnete Untersuchung Lichtin diese widersprechenden Angaben; er zeigte, dass das sogenannteCerin hauptsächlich eine freie Fettsäure die Cerotinsäure sei, gemengt mitetwas Palmitinsäure und wenig Myricin; dieses letztere ist nach ihmhauptsächlich palmitinsaures Melissyloxyd C^H^O . C.2H31O,;; dieempirische Formel dieser Verbindung ist daher Cgoft^O^ daneben ent-hält das Myricin geringe Mengen anderer noch nicht ganz rein darge-stellter Stoffe, darunter vielleicht einen Kohlenwasserstoff und eine Säurewahrscheinlich C n Ji n 0 4 (vielleicht C 4s H 4g 0 4 ?).

Die Hauptbestandteile des Wachses sind also Cerotinsäure und

l) Chemische Schriften Bd. IV, S. 38. 2) Journ. de pharm. T. XIII, p. 38. 3 ) Archiv d. Pharm. Bd. XXVII, S. 288. *) Compt. rend. T. XIV, p. G75.6) Annal. d. Chem. u. Pharm. Bd. II, S. 253. 6 ) Ebendas. Bd. XXVII, k S. 8;Pogg. Annal. Bd. XLIII, S. 382; Journ. f. prakt. Chem. Bd. XIII, S. 411.1) Philosoph. Magazin [3.] T. XXXIII, p. 217; T. XXXV, p. 244; Journ. f. prakt.Chem. Bd. XLV, S. 335, Bd. XLVIII, S. 385; Annal. d. Chem. u. Pharm.Bd. LXVII, S. 180, Bd.LXXl, S. 144. 8 ) Journ. f. prakt. Chem. Bd. XVI, S. 302,