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9 (1864) [U - Z]
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Wachs, gewöhnliches.

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palmitinsanres Melissyloxyd, im unreinen Zustande ersteros als Cerinletzteres als Myricin bezeichnet (s. diese beiden Artikel). Das relativeVerhältniss beider ist nun durchaus nicht immer gleich. In 100 Thln.Wachs fanden John sowie Bucholz und Brandes 90 Thle. Cerin,Boudet und Boissenot 70 Thle., Hess nur 10 Thle., Brodie fandin einem Wachs von Surrey (England) 22 Proc. Cerotinsäure, Wachsvon Ceylon enthielt gar kein Cerin.

Das Wachs wird durch trockene Destillation für sich zersetzt;hierbei.geht zuerst etwas saures Wasser über, Essigsäure und nachPoleck Propionsäure enthaltend; darauf kommt eine nach dem Erkal-ten weisse butterartige Masse die Wachsbutter Bidyrum cerae;später kommt ein mehr und mehr flüssiges üel, welches noch etwasfeste Substanz beigemengt enthält, die sich bei niederer Temperatur ab-scheidet, imRückstand bleibt Kohle. Die Wachsbutter, durch Pressen zwi-schen Papier gereinigt, enthält wesentlich nicht verseif bare Kohlenwasser-stoffe, Ceroten CH n und Melen C C0 H 60 , und Palmitinsäure. Das flüssigeOel enthält eine geringe Menge Wachsbutter in flüssigen Üelen gelöst;durch wiederholte Bectification der Wachsbutter wird mehr und mehrvon dem flüchtigen Oel erhalten. Es scheint ein Gemenge von ver-schiedenen Kohlenwasserstoffen C n H u zu sein, durch wiederholte Recti-fication über Kalihydrat wurde ein helles Oel C n tl n erhalten, das wieTannenzapfenöl roch, bei 11°C. ein speeif. Gewicht von 0,750 hatteund bei 137° C. kochte. Mit Chlorwasserstoff färbt es sich dunkel-roth und es scheiden sich krystallinisch erstarrende Tropfen aus. Acro-le'in und Brenzölsäure bilden sich bei der trockenen Destillation vonWachs nicht. Bei dieser Zersetzung entwickeln sich fortwährendGase, hauptsächlich Kohlensäure und Ölbildendes Gas (E111 i n g).

Bei der trockenen Destillation eines Gemenges von Wachs mitKalk bilden sich ähnliche Producte, wie bei der Destillation für sich,durch wiederholte ßectification werden die festen Körper mehr undmehr zerstört, und man erhält flüssige Kohlenwasserstoffe, die nochetwas festen Kohlenwasserstoff und etwas Fettsäure (Palmitinsäure)gelöst enthalten, welche sich durch Zusatz von Alkohol abscheiden; dieFettsäure«st sich auch durch Alkalien ausziehen.

Das flüssige Destillationsproduct war früher als Waehsöl Oleumcerae offlcinell, und ward zu Einreibungen gebraucht; man erhielt esdurch Destillation von Wachs allein oder von Wachs, das mit gleichemGewicht gebrannten Kalk zu Kugeln geformt war und bei möglichst ho-her Temperatur erhitzt ward; das rohe Destillat wird wiederholt recti-ficirt, bis das Destillat ein dünnflüssiges beim Erwärmen klar bleiben-des Oel ist; es ist nun gelblich, hat einen Marken aber nicht unange-nehmen Geruch, ist schwerlöslich in gewöhnlichem Alkohol, mischtsich aber mit absolutem Alkohol leicht, wobei sich feste Fette abscheiden.

Dnrch vorsichtiges Erhitzen von Wachs mit Kali-Kalk sollt sichnach Gerhardt und nach Lewy unter Entwickelung von Wasser-stoff Stearinsäure bilden. Francis und Warington erhielten, indemsie geschmolzenes Kalihydrat in geschmolzenes Wachs tropfen Hessen,eine gallertartige Masse, aus welcher Säure einen Körper abschied, derdie Zusammensetzung und die Eigenschaften (Schmelzpunkt 70° C.) desCerains von Ettling (unreines Myricin) hatte.

Kalilauge verseift das Wachs nur schwierig und unvollständig,indem es sich zunächst nur mit der Cerotinsäure vei bindet, beim län-geren Kochen bildet sich eine Art Seife, die mit Wasser zusammen-