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Verzinnen.
Betreff der Legirung, welche man statt des Zinnes benutzt, istzu erwähnen, dass ein eisen- oder nickelhaltiges Zinn, 9 Tille. Zinnmit 1 Thl. Eisen oder 89 Thie. Zinn mit 5 Thln. Eisen und 6 Thln.Nickel zusammengeschmolzen oder auf 1 Pfd. Zinn 2 Lth. Nickel x ),sehr glatte weisse und viel härtere Ueberzüge liefert, aber auch theurerist, dass Zusatz von Wismuth 2 ), um die Farbe zu erhöhen und denSchmelzpunkt zu erniedrigen, in jeder Hinsicht zu verwerfen ist. DasHinzufügen von ' 4 Proc. Kupfer »oll das Zinn bedeutend härter, 4 bis5 Proc. Zink das Weissblech der Witterung besser widerstehend machen.Eine Legirung von 25 Proc. Zink, 30 Proc. Blei, 45 Proc. Zinn 3 ) sollein ebenso schönes Fabrikat wie reines ifinn liefern. Ein gleichesrühmt man dem Versatz des Zinnes mit Blei nach, es werden nichtselten 3 Thie. Blei mit 5 Thln. Zinn, bisweilen auch gleiche Theilebeider Metalle angewandt. Die Farbe des Fabrikates wird dadurchwenig beeinträchtigt, und das Blech soll sich auf dem Dach besserhalten. Aber zum Gebrauch in der Küche ist der Bleigehalt bedenk-lich. Nach Proust und Fischer soll sich zwar aus den Legirungendurch E«sig kein Blei auflösen; Pleischl 4 ) fand aber, dass Essigvon 1,005 specif. Gewicht, selbst wenn die Legirung nur 3 Proc. Bleienthält, sowohl bei gewöhnlicher Temperatur in 12 Stunden, wie beimKochen in 1 / 2 Stunde Blei löst, freilich um so mehr, je reicher dieLegirung an Blei war.
Das Gusseisen bietet weit mehr Schwierigkeiten beim Verzinnenals das Schmiedeeisen und weisses Gusseisen verzinnt sich leichter alsgraues. Immerhin verbindet sich das Zinn schwieriger damit, wischtman auf dem noch geschmolzenen Zinn, so geht es häufig ganz weg,kühlt man nicht rasch, so lauft es oft ganz ab, kühlt man mit Wasser,ehe das Zinn erstarrt, so wird die Oberfläche nicht blank. In neuererZeit 6 ) hat man jedoch gelernt, dadurch auf Gusseisen, gutes Holzkohlen-eisen, ebenfalls sehr vollkommene Verzinnung zu erzeugen, dass manes mit Eisenoxyd umgeben glüht, und den Kohlenstoff wenigstens ober-flächlich theilweiseverbrennt (s.Art. Eisen 2. Aufl. Bd. II, 3, S. 1050).
Müller 6 ) verzinnt Eisendraht, indem er denselben blank gebeiztdurch einen gusseisernen Tiegel laufen lässt, der viel Zinn geschmolzenenthält und denselben nachher durch ein Zieheisen führt, das ihn vondem überschüssigen Zinn befreit, dann durch ein Rohr laufen lässt, inin dem kaltes Wasser fliesst, endlich in mit Wasserdampf geheiztemRohr trocknet.
Girard 7 ) hat ein Verfahren angegeben, um als schützende Deckefür das Zinnbad Chlorzink anwenden und den Talg ganz entbehrenzu können. Man setzt dem Chlorzink Salmiak zu, der erforderlich ist,um die Bildung eines Ueberschusses von Basis zu verhindern; die da-durch entstehende zu starke Veränderung der Überfläche der Gegen-stände vermindert man durch Zusatz von 10 Proc. Chlorkalium oderKochsalz. 4 bis 5 Proc. Zinnsalz verbessern noch diese Beize und derZusatz von sehr wenig Fett während des Gebrauches ist räthlich.
l) Dingl. polyt. Journ. Bd. CIX, S. 314. — 2 ) Polyt. Centralbl. 1848, S. 530.— 3) Dingl. polyt. Journ. Bd. CLXIII, S. 518. — *) Dingl. polyt. Journ. Bd. CLXIV,S. 200. — 6 )Armengaud Genie ind. 1855, S. 223; Dingl. polyt. Journ. Bd. CXXXVII,S. 124 u. ebend. 1857 8. 151; Bd. CXLV, S. 120. — 6 ) Armengaud Ge'nie ind.1856 p. 320; Dingl. polyt. Journ. Bd. CXL1II, S. 434. — 7 ) Dingl. polyt. Journ.Bd, CXXV. S. 194.