Verzinnen. 269
oder Salzsäure mit 4 Proc. Zinnsalz oder Salzsäure von 15°B. (1,115specif. Gewicht) mit 2 Proc. irgend eines Kupfersalzes. Andere klopfendie Bleche, um mechanisch so viel Glühspan als möglich zu entfer-nen, mit hölzernen Hämmern, glühen sie dann entweder zwischen Kohlen-pulver oder in dicht verschlossenen gusseisernen Kasten, lassen darinvollständig erkalten J ), passiren sie durch Glättwalzen und können danndurch schwache Schwefelsäure die dünne Oxydhaut leicht entfernen,während auf dem glatten Blech auch eine glättere Verzinnung erhaltenwird. Die noch feuchten Bleche werden am besten längere Zeit ineinen mit geschmolzenem Talg gefüllten Trog gestellt. Nach etwaeiner Stunde fasst man 200 bis 340 Stück Bleche auf einmal mit derZange und taucht sie mit noch allem anhängenden Talg in die Ein-brennpfanne, ein mit geschmolzenem Zinn gefüllter viereckigergusseiserner Trog. Dies Zinn, was gewöhnlich mit Blei versetzt wird,theils der Billigkeit halber theils weil diese Legirung leichter schmilztund fester haften soll, muss in geeigneter Temperatur erhalten werden.Ist es nicht warm genug so legirt und haftet es nur unvollständig,ist es zu heiss so fällt die Verzinnung zu dünn aus. Nachdem dieBleche hier 1 / i bis l 1 /^ Stunden verweilt haben, hebt man sie einzelnheraus und stellt sie auf einen Rost zum Ablaufen und Erkalten. DieVerzinnung ist weder gleichmässig noch blank genug, man taucht dieTafeln daher nochmals in eine zweite Pfanne, welche reineres unterTalg schmelzendes Zinn enthält und zwei Abtheilungen hat. Die mitder Zange gefasste Tafel wird in die erste Abtheilung gebracht, sowiesie die Temperatur des Bodens angenommen hat, herausgezogen, miteinem Pinsel von Hanf auf dem Rand der Pfanne liegend, abgewischtund sofort in die zweite Abtheilung der Pfanne getaucht, sofort aberherausgezogen und in eine dritte Pfanne gebracht, die so stark er-hitzten Talg enthält, dass das überflüssige Zinn darin abtropfen undsich gleichmässig auf dem Blech vertheilen kann. Aus diesem Talg-bade hebt man die Tafeln einzeln heraus, und lässt sie erkalten. Esfindet sich nun aber an der unteren Kante noch eine Anhäufung vonZinn. Dieses entfernt man, indem man es in eine flache Pfanne, welchestark erhitztes Zinn enthält, aber nur etwa 1 j i Zoll hoch, taucht und so denUeberfluss abschmilzt. Diese heisst die Abschwenkpfanne. Manreinigt die angewärmten Platten durch Putzen mit Kreide und Kleieund Abwischen des Staubes mit trockenen Lappen. Das erforderlichefrische Zinn wird immer nur in der zweiten Abtheilung der zweithei-ligen Pfanne zugesetzt. Aus dieser füllt man die erste Abtheilung nach;was hier überbleibt, dient zur Füllung der Einbrennpfanne.
Man hat vorgeschlagen, die Eisenbleche erst zu verzinken, noch-mals zu walzen, zu verzinnen, wieder zu walzen, nochmals in Zinkzu tauchen 2 ) ; oder die Tafeln mit Hülfe einer mechanischen Vorrich-tung einzutauchen 3 ), oder sie zwischen in das Zinn tauchenden Walzenin das Bad einzuführen 4 ). Andere benutzen, um das Ablaufen des ander unteren Kante sitzenden Wulstes von überschüssigem Zinn zu be-werkstelligen, eine stark erwärmte verzinnte Kupferplatte, auf der sie dieaus dem Talgbade kommenden Platten aufrichten, oder Centrifugalkraft.
l) Dingt polyt. Journ. Bd. CLVIII, S. 235. — 2) Dingl. polyt. Journ. Bd. CXXIII,S. 302. — 3 ) Dingl. polyt. Journ. Bd. CLVII, S. 414. — *) Dingl. polyt. Journ.Bd. CLVIII, S. 414.