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9 (1864) [U - Z]
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Verwittern. — Verzinken.

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nicht entsprechen. Auch die Essigbildung hat man als Verwesungs-erscheinung aufgefasst, indem man besonders den Umstand hervorhob,dass verwesende Körper, in Berührung mit Wasser und Weingeist,letzteren bestimmen, sich zu Essigsäure zu oxydiren; Liebig suchtden Grund der Wirkung der Hobelspäne bei der Schnellessigfabrika-tion in der sehr bald eintretenden Verwesung der Holzfaser , welchevon da an den Uebergang des Branntweins in Essig vermittelt, ohneweitere Mitwirkung von anderen verwesenden Materien. Sollten übri-gens die Angaben Pasteur's über die Rolle der Mycodermen bei derEssigbildung sich nach allen Seiten bewähren, so müsste die Essigbil-dung von einem anderen Gesichtspunkte aufgefasst werden. DieEssigbildung ist nach Pasteur Folge der Eigenschaft der Mycodermaaceti der Luft Sauerstoff zu entziehen, und selben auf den Weingeist zuübertragen. (Vergl. unter Essig, 2. Aufl. Bd. II, 3, S. 853). Dass an-dere poröse organische Körper auf die Essigbildung ohne Einfjuss sind,schliesst Pasteur aus folgenden Versuchen: lä^st man an einer Schnurwässerigen Alkohol in Tropfen sehr langsam herabfallen, so enthält dieFlüssigkeit auch bei monatelanger Dauer des Versuches keine SpurEssigsäure. Befeuchtet man aber die Schnur mit einer Flüssigkeit, aufderen Oberfläche sich ein Mycodermahäutchen befindet, so verwandeltsich der abfliessende Alkohol und zwar mehrere Wochen lang in Essig-säure. Nach Pasteur haben die Holzspäne bei der Schnellessigfabri-kation nur den Zweck, dass sie der Pflanze als Unterlage dienen. DieEssigmutter ist ohne Einfluss auf die Essigbildung, dieselbe geht nurauf der Oberfläche der Flüssigkeit in dem äusserst dünnen Mycoderma-häutchen vor sich. Verdickt sich dieses Häutchen aus irgend einer Ur-sache, so geht der Process sogleich in die Phase über, wo Alkoholund Essigsäure verschwinden. Es wäre demnach die Essigbildung eben-falls an lebende Keime geknüpft. Die Essigbildung aber unter Ver-mittelung von PJatinraohr beweist jedenfalls so viel, dass der Modusderselben ein verschiedener sein kann. G.-B.

Verwittern. So bezeichnet man das Zerfallen fester Körper.Manche wasserhaltende Salze zerfallen beim Liegen an der Luft inFolge des Entweichen? von Wasser, sie verlieren den Zusammenhangund werden undurchsichtig, sie „verwittern" oder „fatisciren", mannennt sie „verwitternde" oder „fatiscirende" Salze; so verhält sich daskrystallisirte schwefelsaure Natron u. a. m. Manche Körper zerfallen inFolge chemischer Veränderungen, welche durch Einfluss der Luft bedingtsind, so durch Einwirkung von Feuchtigkeit, Sauerstoff oder Kohlen-säure; so verwittert das Schwefeleisen besonders der Strahlkies durchAnziehen von Sauerstoff und Feuchtigkeit an der Luft; der Feldspathverwittert durch Einwirkung von Feuchtigkeit und Kohlensäure. Diemineralischen Bestandtheile des Ackerbodens sind aus den festen Ge-steinen der Erdrinde durch Verwitterung entstanden ; dieser Zersetzungs-process schliesst unter Einfluss von Luftbestandtheilen und Feuchtigkeitund der wechselnden Temperaturverhältnisse die festen Gesteine all-mälig auf, und macht sie so den Pflanzen, zu deren Ernährung sie die-nen, zugänglich. Fe.

Verzinken. Das Verzinken findet fast nur auf Eisen, nament-lich auf Draht, Blech zu Dachdeckung, zu Gefässen, auf Gartenge-räthschaften, Gegenstände welche der Witterung und somit dem Ver-

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