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Kurt Sprengels Handbuch der Semiotik
Entstehung
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384
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So hängt tcr Speichelfluß auch im Gegentheil voneiner Neigung der Säfte zur Auflösung ad, und ist alsoin manchen Nervcnfiebern mit den Zeichen der Entkräfttung verbunden, ein sehr gefährliches Zeichen:,wie erauf gleiche Weise im Verlaufe der Auszehrungen, desScorbuts und anderer Kachexien entsieht, und mit denschmelzenden Schweißen und Durchfällcn einen gleichenUrsprung hat.

Zwölftes Kapitel.

Von de^ Thränen.

1062.

Bey dem widernatürlichen Habitus der Augen (§. Zu i.)ist schon auf Fehler der Thränenseuchii^keit aufmerksamgemacht worden. Hier mvch noch die Rede von der wider-natürlichen Absonderung dieser Flüssigkeit selbst seyn.Diese Verrichtung ist in der Semiotik nicht unwichtig,weil die Werkzeuge dieser Absonderung unter dem ^in-sluße des fünften Ncrvenpaars stehen, und daher anjeder Affcction des Nervensystems sehr leicht Theilnehmen.

,o63.

Ein starker Abfluß der Thränen mit Bewußtseynder moralischen oder physischen Ursache ist in Krankheitenallemahl ein besseres Zeichen, als wenn der Kranke sichdieser Ursache nicht bewußt ist. Denn fühlt er nochseine Schmerzen; wird er von moralischen Ursachen,die feinen Geist sehr niederschlagen, noch zum Weinengebracht, so sind die Thränen eine wahre Wohlthatder Natur, wodurch der Schmerz gelindert werdenkann. Der höchste Grad des Schmerzes ist mehrenthcilsthränenlos.