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Ein unwillkührlicher Abfluß der Thränen ohne Be-wußtseyn , ist in den meisten hitzigen Krankheiten ein Be-weis des sehr angegriffenen Nervensystems und großerEntkräftung. Es folgen mehrentheils Fieberwahnsinn,Bchlummersucht und andere Zufälle darauf. Auch inchronischen Nervenkrankheiten, in den hysterischen Anfäl-len der Melancholie und Hypochondrie bemerkt man häu-sig dieß unwillkü'hrliche Weinen, wo es aber, wie leichtzu begreisen, eine weniger gefährliche Asfection des Ner-vensystems anzeigt.
Die verstärkte Absonderung der Thränen setzt sehroft auch örtliche Reiße und starke Congestionen zu denobern Theilen als Ursache voraus. In den meisten Augen-entzündungen entsteht das Thränen des Auges aus dieserUrsache, wie es bisweilen, mit andern Zeichen des An-dranges zur Nase verbunden, aus bevorstehendes Nasen-bluten schließen läßt.
Die gleiche Ursache ist bey Ausschlagsfevern anzuneh-men, wo das beständige Thränen der Augen von einerCongestion zeugt, welche besonders in Masern dasselbefast beständig veranlaßt.
Oft ist aber diese Congestion sehr gefährlich, wenn siedurch allgemeine Entkräftung unterhalten wird. So fin-det man in dem bösartigen Scharlachfieher und in derbrandigen Bräune ein beständiges Thränen der Augen,die immer wie im Wasser zu schwimmen scheinen, undman kann daraus die übelsten Prognosen herleiten.»ob/.
Endlich muß man aber auch im chronischen Zustandeauf örtliche Hindernisse des freyen Abganges der Thränen
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