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Kurt Sprengels Handbuch der Semiotik
Entstehung
Seite
383
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Dann aber bewirkt die Mitleidenschaft, worin die Werk-zeuge der Abfondenmg des Speichels mit vielen andern Orga-nen stehen, sehr oft im kranken Zustande einen starken Zuflußdesselben. Die meisten Menschen, welche an Stockungen imUnterleibe leiden; skrophulöse, atrophische Kinder, oder dieWurmer haben; ferner gichtische, hypochondrische und Hä«lnorrhoidalpatienten, diese alle bekommen leicht Speichel-flüsse, welche aber keine Erleichterung mit sich führen. Ausdiesem Grunde laßt es sich auch erklären, warum man beyKindern und jungen Leuten, welche der Manustuprcttionergeben sind, den Speichelfluß so häusig bemerkt: dieseleiden nähmlich meistens an Stockungen im Unterleibe.

Aus gleicher Ursache, nähmlich aus consensueller Nei-hung, ist auch d« Speichelfluß zu erklären, den man ingastrischen Zuständen sehr häufig als Vorbothen des Er-brechens und Begleiter des Ekels findet; so wie auch denZufluß von Speichel, welchen Erwachsene im Verlaufeder Pocken bemerken, lediglich aus dem Konsense mitder Haut herzuleiten ist. Hier ist er bisweilen erleich»ternd, wenn er nähmlich nach dem Einsinken der Wasser-geschwulst des Antlitzes und der Hände sich zeigt. Doch istdie Erleichterung immer unsicher.io5l.

Von allgemeiner Neitzung des Körpers scheint der Spei-chelfluß in denen Fiebern zu entstehen, die in einer Asfectiondes Nervensysteme ihren Hauptgrund haben. Auf eine nochunerklärbarc Weise trägt er oft zur Entscheidung der Nerven-sieber bey, wenn nähmlich die Zeichen der Kochung im Urinvorausgegangen sind, wenn sich besonders die Salzkrystalleim Urine zeigen, wenn Parotjoengeschwülste und Taubheitvor dieser Ausleerung des Speichels hergehen»