«7»
»024.
Der saure Geruch des Schweißes ist in katarrhalischen,rheumatischen und Nervcnfiebern äußerst gewöhnlich. Inrheumatischen Fiebern scheint derselbe von der hervorstechen-den Phosporsäure herzurühren; denn oft crystallisirt sich derSchweiß, wie phosphorsaure Neutralsalze zu thun pfiegen.
Eigenthümlich ist der Geruch des Schweißes in Wcch-sBsicbern; er kommt dem Geruch des frischen groben Brotesgleich, und dient, selbst bey versteckten Wechsclfiebern,als charakteristisches Merkmahl.
10 2F.
Ammoniakalisch, ja aashaft ist der Geruch des Schwel,ßes oft schon einige Zeit vor dem Tode solcher Kranken, diean schweren hitzigen Fiebern leiden. Die geübte Nase derKrankenwärterinnen ist im Stande d?n rodtlichen Ausgangaus diesem Gerüche vorherzusagen; und vielleicht ist aus derWitterung, die die Eulen und Hunde von diesem Gerüchehaben, der Volksglaube zu erklären, daß der Kranke ster-ben werde, wenn in der Nähe die Hunde heulen, und dieEulen schreyen.
Ganz eigenthümlich ist der Geruch der Ausdünstung unddes Schweißes in Pocken und Maseru. Dort findet er sich schonvor, hier erst nach dem Ausbruche des Eranthems: So wieder eigenthümliche Geruch des Schweißes die wahren Pockenvon den falschen unterscheiden lehrt so findet sich in bösartigenPocken wieder ein verschiedener, der Häringslake ähnlicherGeruch. Auch im Friesel bemerkt man einen Geruch desSchweißes, der dem des kahnigen Essigs nahe kommt; mankann den Ausbruch des Cranchems oft dadurch bestimmen,wenn dieser Geruch sich einsindet, und ein allgemeines Ste-chen und Jucken in der Haut bemerkt wird.
Aa 2