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5. Der beobachtende und untersuchende Arzt muß dieAbänderungen des gesunden Harns, in verschiedenen Al-tern, bey beyden Geschlechtern, nach den natürlichen Din-gen, die auf den gesunden Körper des Menschen gewirkt ha-ben , kennen. Er muß also wissen, daß der Urin gesunder,noch saugender Kinder häufig trübe ist, aber nie Zeichen ei-ner hervorstechenden Säure hat; daß bey Schwangern eintrüber Urin sehr gewöhnlich ist, und daß bey verhinderterAusdunstung und nach häusigem Genuße wässerichtcr Ge-tränke der Urin blasser wird, und bey Erwachsenen deut-liche Merkmahle einer freyen Säure verrath.
7. Man muß erwägen, daß oft die natürliche Beschaffen-heit desllrins mit übrigens bedenklichen Zufällen besiehf, unddaß dann die Gefahr der letzter« nur dadurch erhöht wird.942.
Dieß aUes sind Kautelen, die beobachtet werden müs-sen , wenn man ein sicheres Urtheil über die Beschaffenheitdes Urins fällen will. E^ ist aber zuvörderst auf die Far-be , dann aus die Consistenz, ferner auf die aus demsel-ben abgeschiedenen Stoffe, und endlich auf den Geruch desU,i.!s Rücksicht zu nehmen, und dann sind chemische Rea-gentien mit der Masse des Harns zu vermischen, um dasVerhältniß seiner Bestandtheile zu erkennen.
Die natürliche Farbe des Urins, «ie sie besonders beygesunden, erwachsenen Menschen nach dem Schlafe be-merkt wird, ist die zitronengelbe. Es beruht diese Farbeauf dem gehörigen Vorrath des eigenthümlichen Harnstof-fes, oder des seifenartigen Extracts des Rouelle, welches5s der Bestandtheile gesunden Urins ausmacht, und mitden natürlichen Harnsalzen, dem phosphorsauren und sal^-sanrcn Natrum und Ammoniak, und der lithischcn Säureinnig verbunden ist. Dieser eigenthümliche Harnstoff ist mit