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Kurt Sprengels Handbuch der Semiotik
Entstehung
Seite
343
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dem Crtractivstoff der Galle nahe verwandt, löset sich inder Flüßigkcit des Harns vollkommen auf. und von seinemVerrath hängt die Farbe des Urins ab.

Je weniger dieses Färbestoffes im Harn ist, desto bläs^ser wird dieser, desto mehr pflegen aber die natürlichenHarnsalze u >d die Säuren hervorzustechen. Daher röthet,nach Gärtners Untersuchung, der blaße Urin das Lak-muspapici, welches von einem dunklern Urin fast'gar nichtentfärbt wird. Der Galläpselaufguß, wodurch die Gegen-wart des eigenthümlichen Harnstoffes entdeckt wird, be>wirkt in einem ganz blaßen Urin keinen Niederschlug , aberSalpetersäure erzeugt öfters milchichte Flocken, und diesalzsaure Schwererde schlägt eine beträchtliche Menge phos-phorsaurer Salze nieder.

Außerdem, daß dieser blaße Harn im natürlichen 3»^stände, wie oben (A y4», 6.) bemerkt worden, von zu,fälligen Ursachen entstehet, findet man ihn in Krankheitensäst überall, als einen Beweis von gehinderter Absonderung,wo keine innige Mischung des Färbesioffcs mit der llbri^gen Urinmasse erfolgt ist, sondern bloß die wä'sserichten,unverarbeiteten Säfte ausgeschieden worden. Der Grunddieser gehinderten Abscheidung scheint am häusigsten inKrämpfen zu liegen, daher man sowohl in de?« Anfällenchronischer Nervenkrankheiten, als auch im Anfange undVerlaufe hitziger Fieber, die Gegenwart der heftigstenKrampst daraus erkennen kann.

Unter andern wird man dieß Zeichen sehr gut benu>-hen können, um die Masken, welche die Hypochondrie undliystcrischeKrancheit in ihrenAnsällen hervorbringen,zu durch.-schauen. Scheinbare pleuritische Schmerzen sind alsdann bloßvon Kränwfen erregte Täuschungen des Gefühls, wenn wäh-