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Kurt Sprengels Handbuch der Semiotik
Entstehung
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316
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Sechstes Capitel.Von dem Erbrechen.

868.Der Ekel ist mit dem Erbrechen sehr nahe verwandt,und geht meistens vor demselben her. Das letztere bestehetin einer gewaltsamen, umgekehrten Bewegung des Ma-gens, wodurch die in demselben und dem Zwölfsingerdarmbefindlichen Stoffe nach oben ausgetrleben werden. DieZufälle, die beym Erbrechen zugegen sind, kommen mit denZufällendes Ekels sehr überein: nur daß ste viel heftiger find.Angst und Unterdrückung der Empfindungen: Unterbrechungdes Pulses und des Athems: Zuckungen im ganzen Umfangedes Körpers und umgekehrte Bewegungen der Säfte, dassind die gewöhnlich das Erbrechen begleitenden Zufälle.

ät>9.

Man fleht leicht «in, daß die Wirkung des Erbre»cheys sich viel weiter als bloß auf den Magen erstreckt.Es wird nicht allein eine Ausleerung dadurch bewirkt,sondern es werden auch Erschütterungen in entfernten Thei-len und im ganzen Körper veraniaßt, wodurch sowohldie Trägheit der Bewegungen gehoben, als auch nachthei-lige Krämpfe erregt werden.

Die innere Ursache des Erbrechens ist jedesmahl eingereihter Zustand des Magens, dessen Veranlassung theilsin materiellen Stoffen liegt, theils in Consens mit andernTheilen, theils endlich in einer allgemeinen Verstimmungder Reitzbarkeit gesucht werden muß. Es gibt demnach auchein materielles, consensmlles und nervöses Erbrechen.

Das materielle Erbrechen kommt jm hitzigen und lang-wierigen Zustande häusig vor. In fieberhaften Krankheitenist es eben so oft kritisch als symptomatisch, und es ist wich-