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Kurt Sprengels Handbuch der Semiotik
Entstehung
Seite
311
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deutet hier ebenfalls auf einen gereihten, krampfhaften Zu.stand der Gedärme.

Man hat Beyspiele von dem heftigsten, unauslöfchlichenDurste, der das hervorstechendste Symptom in einer lang,wierigen Krankheit war, und wo der Kranke endlich ander Mehrung starb, weil er nichts von fester Nahrunggenießen konnte. Man hat mehrentheils den Grund dieseschronischen Durstes in einem krampfhaften Zustande derEingeweide zu suchen; daher er auch in der hysterischen Krank-heit nicht ungewöhnlich ist.

8ZZ.

Abnahme des Durstes und Mangel desselben ,st '«,'olcken Fällen ein gutes Zeichen, wo bey dem regelmäßigenGange eines Fiebers sich die Symptome des Nachlassesder Anstrengungen und der sogenannten Kochung eingefun-ben haben, und besonders, wenn Ausleerungen von kriti-scher Beschaffenheit vorausgingen. Man wird alsdann et'ne vollständige und sichere Entscheidung der Krankhe.t er«warten können, insofern der Durst dennoch durch die im natur^

ljcl,en Zustande Stattfindenden Ursachen wieder «regt wnd.

Auch in chronischen Krankheiten, vorzüglich m Cache.

rien, ist der gänzliche Mangel des Durstes sehr gewöhnlich,

und führt nur auf die Erschlaffung aller Theile, welche m

liefen chronischen Uebeln gewöhnlich zugegen zu seyn pflegt.

8^7.

Aber wenn in fieberhaften Krankheiten, während ande-re Zeichen der widernatürlichen Anstrengungen zugegen sind,der'Durst gänzlich fehlt, so ist es Übel. Es ist z. B. dieserMangel an Durst oft mit außerordentlicher Trockenheit'derZunge, mit brennender Hitze in innern Theilen verbunden:und ein solcher Widerspruch der Symptome ist allemahl einBeweis von einem gefährlHen Leiden des Seelenorgans und-