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Kurt Sprengels Handbuch der Semiotik
Entstehung
Seite
298
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Sind ober freylich offenbare Ursachen vorausgegangen,wodurch eine saure Ausartung des Magensastes und derGalle entstehen konnte; so ist der saure Geschmack allerdingsaus dieser Quelle, durch consensuelle Absonderung zu erklä-rn. Daher werden Leute, die nach dem übermäßigen Ge-nuß von Säuren Sodcbrennen bekommen, auch über sau-ren Geschmack im Munde klagen.8").

Eben so gewöhnlich ist der bittere Geschmack, und pflegtoft mit dem gelblichen Ueberzuge der Zunge (§. 38a.)verbunden zu seyn. In diesem Falle zeigt er offenbar Ueber?stuß an gallichtem Stoffe in den abgeschiedenen Säften,aler keineswegs immer Ergießung der Galle in den Ma-gen oder den gallichtcn Charakter der Krankheit an.

Der bittere Geschmack findet sich oft in hißigen Krank?heilen bloß als Folge der durch den heftigen Umtrieb derSafte widernatürlich veränderten Absonderungen. Kr kommtoft als Wirkung der Erschütterungen, die durch heftige Lei?dcnschastcn entstehen, vor. Er begleitet die Anfälle chroni-scher Nervenkrankheiten. Er gesellt sich zu Entzündungender Leber oder zu dem sehr gereihten Zustande derselben,woben^die Absonderung verändert, die Galle verdorben undin zu großer Menge ausgeschieden wird.

Z2N.

Der saulichte Geschmack ist ein Zeichen von einem sehrhohen Grade der Ausartung der auf der Zunge abgeschie-denen Säfte, oder von einer gänzlichen Verstimmung derGeschmacksnerven. Das erstere findet man im Scharbock undin einer Abart des hitzigen Nervcnsicbers, welche das Faul?sieber genannt wird; die letztere Ursache können wir in jederheftigen Nervenkrankheit von hitziger oder chronischer Artannehmen. Daher klagen hysterische Personen oft in denAnfällen der Krankheit über einen unerträglich faulichten