26a
>W«
7,4.
Endlich gibt «seine Art des gefahrlichsten Wahnsinns,bey welchem eine besondere Heiterkeit und Erhöhung derGeisteskräfte Statt zu finden scheint. Kurz vor dem Todebemerkt man bisweilen eine sonderbare Neigung der Kran-ken, sich über alle irdische Verhältniße zu erheben, einewunderbare Klarheit der Ideen und eine erstaunenswurdige Schnelligkeit und Richtigkeit des Urtheils, die biswcilen auf eine Gabe zu weissag«!, hat schließen lasse«.Wünschenswert!) ist diesesEuthanasie, aber gewiß keinBe^weis eines vorhergegangenen tugendhaften Lebens, sonderneine Folge der durch die Krankheit bewirkten Auflösungder Kräfte, wodurch sie zu dem leichtesten Spiel ihrerAeußerungen gebracht werden. Während eines solchen Zu-standes werden bisweilen längst vergessene Ideen, Kenntenisse der Jugend, deren sich der Kranke in den gesundenTagen nie erinnert hat, wieder aufgefrischt, daher dersclbe alsdann in fremden Sprachen reden kann.
Der Wahnsinn ist freylich immer ein widernatürlicherZustand, und. als solcher, im Ganzen uachtheiliger, alsdie Vernunstmäßigkeit der Wahrnehmungen, Triebe undUrtheile des Kranken. Indessen ist es höchst bedenklich,wenn der Kranke, der vorher irre redete, mit einem Mahl,ohne wohlthätige Entscheidung, wieder den Gebrauch sei^ner Vernunft bekommt. Dieß wird oft der unmittelbareVerbothe des Todes, wenn man die Zeichen der gänzlichenEntkräftung im Pulse und in andern Verrichtungen wahr-nimmt. Denn der Kranke täuscht sich selbst und Anderedurch Lebhaftigkeit seiner Ideen und durch die Richtigkeitseiner Urtheile.