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Kurt Sprengels Handbuch der Semiotik
Entstehung
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229
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Die Aenderungen des Tons und der Stärke der Stim-me hangen mit den Veränderungen zusammen, die die Le-benskraft erleidet; auch kann man im naturlichen Zustandeaus den erster» auf Zu - oder Abnahme der Stärke derStimmchorden, oder der Bänder schließen, die die Stimm-ritze bilden.

Wirkt nicht jede Leidenschaft, jede Stimmung des Ge-müths auf die Stärke und Höhe der Stimme? Hat nichtfast jedes Alter seinen eigenen Ton der Stimme? In denJahren der Mannbarkeit springt der Ton der Stimme über,weil die ungleichmäßige Wirkung der Lebenskraft und derReitz des abgesonderten Samens eine ungleiche Erzitterungder Stimmchorden hervorbringen. So springt auch beysehr alten Leuten der Ton der Stimme über, weil die Abnähme der Ernährnng ebenfalls diese ungleiche Erzitteruugder Bänder des Kehlkopfes hervorbringt.

Daraus folgt, daß im kranken Zustande jede schnelleAenderung der Stimme auch auf schnelle Aenderung derLebenskraft schließen läßt. In den Anfällen der Hysterie,der Hundswuth und der Naserey ist nichts gewöhnlicher,als dieser schnelle Ucbergang eines sehr starken, tiefen, zueinem schwachen, hohen Ton der Stimme. In hitzigenKrankheiten wird man aus diesen schnellen Abwechselungender Stimme auf Umwandlungen der Krankheit, besondersauf Affeetionen des Empfindnngssystems schließen können.bZ4.

Die Rauhigkeit der Stimme entsteht von einem un-ordentlichen oder gehinderten Erzittern der Bänder destz'ehlkopfes, die wegen einer nicht regelmäßigen Spannung,die Stimmritze nicht mit Leichtigkeit und regelmäßigkeittrweitern und verengen»