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Kurt Sprengels Handbuch der Semiotik
Entstehung
Seite
222
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verbunden zu seyn Pflegt. Man sieht aus diesen Erschei-nungen, wie aus den gewöhnlichen Ursachen des Gäh-nens, (Ermüdung, Langeweile und äußere zu große Käl-te,) daß der Zweck dieser insiinktmäßigcn Bestrebung inder Beförderung des Umlaufes durch die Lungen bestthe,und daß die nähere Ursache allemahl in gehindertemKreisläufe des Blutes durch dieß Organ zu suchen ist.6»l.Der gehinderte Durchgang des Blutes durch die Lun-gen wird durch das Gähnen angezeigt, wenn es, oft wie-derholt, vor dem Ausbruche der Fieber, besonders der Aus-schlagS-und Wechfcisieber, hergeht. Die Anfälle dieserKrankheiten werden dadurch angekündigt, wenn man ausder Kenntniß der epidemischen Eonsticution dieselben ver-muthen taun.

6l2.

Im Fortgangc hitziger Krankheiten, besonders solcher,die das Nervensystem heftig angreifen, ist das öftere und starkeGähnen ein Zeichen, daß entweder Lurch Krämpse oderdurch gänzliche Erschöpfung der Umlauf des Blutes durchdie Lungen gehemmt ist. Daher werden wir, wo andereZeichen eines krampfhaften Zustandes zugleich vorhanden sind,Umwandlungen der Krankheit, Zurücktreten der Ausschläce,nachtheilige Krampst und Entzündungen innerer Organe vondiesem sehr oft wiederholten Gähnen befürchten können.

Wo aber, wie in bösartigen Fiebern, die Zeichen derErschöpfung offenbar sind, kann dieß Gähnen ein Zeichender höchsten Gefahr werden. Man hat es daher in derPest, in dem gelben Fieber und in bösartigen Ruhren, alsein todtliches Zeichen wahrgenommen.

Im chronischen Zustande entsteht das hausige Gähnengewöhnlich von Klampfen oder Anhäufungen der Säfte,