Sechstes Tapitel.Bon dem Unterleibe.
4Zo. ^
Dieselben Gründe, welche den Habitus der Herzgrubezu Einern wichtigen Zeichen des kranken Zustandes machen,nöthigen uns, dem Unterleibe einen gleichen Werth bey-zulegen, da die Bedeckungen desselben nicht al!ein aus freyliegenden Muskeln begehen, sondern auch mit wichtigenOrganen verbunden sind, deren Befü.assenheit wir ausdem Habitus dieser Bedeckungen erkennen können.
Die Hippckratischc Regel, den Unterleib in jeder Krank-heit sorgfältig zu untersuchen, hat noch ißt ihre voluge Gül-tigkeit, weil wir aus dem Habitus der freiliegenden Mus-keln, die die Bedeckungen des Unterleibes bilden helfen, aufden Zustand der NeilMikeit zu schließen im Stande smd. Be-sonders nöthig wird diese Untersuchung des Unterleibes in denmeisten Kinderkrankheiten, da wir den Puls bey Kindern nichtals ein sichercsZcichenzweckmäßig benutzen können, und es unsalso sehr daran liegen muß, ein Merkmahl des Verhältnißesder 3leitzb«rkcit zu haben, welches so leicht zu prüfen ist.4Z».
Da die Weichheit und Schmerzlosigkeit, so wie die mäßi-ge Ausdehnung zu den natürlichen Bestimmungen des Habi-tus des Unterleibes gehören, so haben wir zuvorderst dieSpannung desselben als ein wichtiges Zeichen des kranken Zu-standes zu betrachten. Ucberall, wo der Unterleib gespanntist, ohne eigentlich aufgebläht zu seyn, da sind widernatürlicheAnstrengungen zu fürchten. Daher findet man diese Span-nung in jeder heftigen Fieberhitze, besonders abcrim rohenZustande der meisten Fieber, wenn derselbe mit sehr vermehr-ten Aeußerungen der Kräfte verbunden ist. Man hat es in
V