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1 (1884)
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aufgeregter, von Wuth begleiteter, andere Male ein so betäubter und paralytischerZustand ein, dass die Extremitäten ganz erschlafft und unbeweglich sind, der Ver-giftete sich überhaupt wie scheintodt oder in einer tiefen Ohnmacht befindlichverhält. Nach sehr grossen Quantitäten der Belladonna und namentlich der Früchtetritt, wenn das Gift nicht sofort durch Erbrechen entfernt wird, unter den be-zeichneten Symptomen der Tod wirklich ein. Bemerkenswerth erscheinen die Be-obachtungen, dass die Belladonna weniger auf Herbivoren ihre giftige Wirkungäussert als auf Carnivoren. Wenn schon das Kraut und die Wurzel sehr ener-gisch wirken, so wirkt das Atropin schon in kleinen Gaben tödtlieh.

Therapeutisch wendet man die Belladonna innerlich an gegen krampfhafteAffectionen der Athmungsorgane, Krampfhusten, Krampfasthma. Keuchhusten, Ma-genkrampf, grosse Reizbarkeit des Magens und davon herrührendes Erbrechen,sogenanntes krampfhaftes Erbrechen, Krampfkolik, gegen Neuralgieen, Prosopalgie,Rheumatalgieen u. dergl. Auch gegen Krämpfe der willkürlichen Muskeln, Epi-lepsie, Veitstanz und Starrkrampf hat man Belladonna gegeben, namentlich gegenTrismus und Wasserscheu, als Prophylacticum nach dem Bisse von einem wuth-kranken Thiere in steigender Gabe bis zum Eintritt der narkotischen Erschei-nungen. Von besonderem Werth ist die Belladonna gegen Krankheiten der Retinaund der Ciliarnerven, sowie gegen Krankheiten der mit diesen in Zusammenhangestehenden Iris, des Linsensystems und der Choroidea. In diesem Falle wird dieBelladonna innerlich, aber auch äusserlich angewendet. Man hat sich der erwei-ternden Wirkung der Belladonna auf die Pupillen bei Verengerung derselben durchIritis, sowie zur Lösung frischer Exsudate daselbst mit entschiedenem Vortheilbedient. Dasselbe gilt in vorzüglichem Grade von dem Atropin. welches sowohlinnerlich als auch äusserlich bei Neurosen und Neuralgieen gereicht wird, sowurde das Atropin mit dem glücklichsten Erfolg von Bouchardat, Krug, Lus-sana. Lange, Azario, M.Maresch. Reil. Oppolzer n. s. w. angewendet. AufPsychosen will jedoch Maie seh vom Atropin keine Wirkung beobachtet haben.Auch gegen Wechselfieber, gegen welches Chinin vergeblich angewendet war, wurdees von Bouchardat, Croserio, Lnssana, Rieken u.s. w. ebenfalls mit Erfolgangewendet. Auch wie schon oben angedeutet, hat das Atropin in der Ophthal-mologie die bisher zur Dilatation der Pupille benutzten Präparate der Belladonnagänzlich verdrängt.

Form und Gabe. Innerlich wird das Atropin zu s ^ bis vorsichtig!2 V Gran pro dosi in Essig, Alkohol oder Wasser gelöst oder in Pillen oder Pul-verform verordnet. Aeusserlich wird es in Form einer Salbe oder Solution, inOlivenöl oder Glycerin gelöst in der Dosis von 12 Centigramm auf 60 GrammAlkohol oder 7,5 bis 15 Gramm Fett angewendet. Bei der endermatischen Me-thode lässt man 1 Centigramm in 4 Theile theilen und täglich einen oder zweiTheile auf die von der Oberhaut entblösste Cutis auftragen.

Zu ophthalmiatrischen Zwecken bedient sich Wilde*) dreier verschiedenerSolutionen von 6, 12 und 18 Centigramm in 3| Gramm destillirtem Wasser, 3Tropfen Alkohol und 1 Tropfen verdünnte Salpetersäure. Ein einziger Tropfender 6 Centigramm enthaltenden Solution, auf die Conjunctiva des unteren Augen-

*) Die neuesten in der Therapie eingeführten Arzneistofte, auf Grundlage der von der Societedes Sciences medicales et naturelles de Bruxelles gekrönten Preisschrift des Dr. V. G nibert, hearb.Ton Hagen p. 610.

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