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.Die meiste Verwendung dieses Gewächses geschah vormals in der Heilkunst,weil man stärkende und zusammenziehende Arzneykräfte an demselben bemerken wollte,wovon wir zum Theil schon an einem andern Orte ') gesprochen haben. Er wurdein vorigen Zeiten von Forestus, Caspar Hofmann, linne und Spielmanninnerlich gegen den Stein, gegen ieberverstopfungen, Gelbsucht, Wassersucht, Blutstüs-se, Harnwinde, gegen Wurmkrankheiten, Drüsenkrankheiten, und äußerlich als einvorzügliches Wundkraut u. s. w. empfohlen -); so daß man zu dieser Zeit in denApotheken mehrere Präparate von dem Odermennig, als: ein destillirtes Was-ser, einen Syrup, eine Conserve, ein Extra et unl) Salz vorrächig fand. Alleinheut zu Tag, da sich seine Wirksamkeit durch angestellte Versuche nicht bestättigte, undalso Beobachtungen und Erfahrungen nicht mit dem tobe übereinstimmten, das ältereSchriftsteller ihm benzulegen bemüht waren, scheint er mit Recht ganz außer Gebrauchgekommen zu senn. Doch prangt er noch in manchem Dispensatorium Deutschlands,und selbst in der neuesten österreichischen Pharmakopoe, als ein offizinellcsGewächs, obschon es füglich, da wir mehrere wirksamere und in den genannten Fallenungleich zweckmäßigere Arzneykorper haben, daraus wegbleiben konnte. Inzwischen wenner gleichwohl zum Arzneygebrauch verwendet werden soll: so müssen sowohl die Wuvzelnals auch das Kraut im May und zu Anfange des Iunius eingesammelt werden, weiler um diese Zeit noch den meisten aromatischen Geruch besitzen, und wenn sie ja dochwirksam senn sollen, ihre Wirksamkeit gewiß dann am stärksten seyn wird.
Als Varietäten des gemeinen Odermenniges sind folgende bekannt: der klei-ne Odermennig, ^^rimunia minor Nur« aluo lVliileri; er ist unter allen Agri-monien der kleinste, seine Blätter bestehen nicht aus so vielen Fiedern, wie bey derHauptart, die Blättchen sind auch runder, die Auszackung an ihrem Rande tiefer; dieBlummenähre ist dünn, die Blumen sind kleiner, und haben eine weiße etwas schmu,tzige oder unreine Farbe. Er wächst in Italien wild, und der Saame, den wir vondaher erhalten, kommt bey uns gut fort, und die daraus gezogenen Pfiänzchen artennicht aus, sondern bleiben sich in ihrer Bildung und Form immer gleich. — Der wohl-riechende Odermennig, Lupatoriuin o^oratum, oder bey Eamerer ^grimoniaocioratg; er ist groß, scin Stengel erreicht meistens eine Hohe von vier, oft sogarbis sechs Fuß; die Blätter desselben bestehen aus zahlreichem Fiedern, als bey dem ge-meinen Ooermennige, die Blättchen sind auch etwas länger und schmäler, und endi-
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') Im gegenwärtigen Werke i. Band, Seite iZ.
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