Druckschrift 
3 (1806) Acanthus - Amygdalus
Entstehung
Seite
187
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das vorhergehende letzte Paar Blättchen sind die größten. Zwischen einem jeden Paar dereigentlichen Vlättcken ist de? gemeinschaftliche Blattstiel, an verschiedenen Stellen eben-falls noch, bald mit mehreren bald mit wenigem, äußerst kleinen, sägeförmig ausgezack-ten , einander meistens gegenüberstehenden Blättchen besetzt. Der Stengel des Gewächsesselbst endigt sich in eine lange, etwas weitläufige oder lockere, auftechcstetzende und ein.fache Blumenahre, m>t gespaltenen Deckblättchen, die aus hellgelben, schwach-wol^.ieckenden Blumen zusammenge'etzt ist. Ein jedes Blümchen ist regelmäßig vierbis fünfl-nien breit, und hat fünf rosenfönmge Blumenblättchen, welche bennahe zwei-mal so lang sind als der Blumenkelch, und schon oben beschrieben wurden. Die Blumenblühen nicht zugleich auf, stehen auch ungleich dickt, so daß die Aehre an manchen Stcllenbloß und wieder, besonders nach oben, an manchen Stellen dicht mit selben besetzt erscheint;sie sitzen auf sehr furzen Stielchen in den Winkeln kleiner, fingerförmig gespaltener Blatt«che«. Die ersten Blümchen kommen im Julius , oft schon im Iumus zum Vorschein , undnoch im September sind davon einige vorhanden. Der Fruchtknoten ist häufiger mit Haarenbesetzt, als die übrigen Theile der Pflanze, so daß er dadurch ganz grau erscheint; von aus-sen und unten umgiebt ihn ein kelckarciges, in fünf bis sechs ungleiche Zähne eingeschnittenesBlättchcn, und auf ihm sitzc der kleine fünfsp'ltige Blumenkelch. Wenn die Blümchen verge-hen, so wird aus dem Fruchtknoten eine, ungefähr drey linien lange birnförmigeFr u cht,diewie eine Bürste borstig ist; denn die von aussen am Kelche bemerkten Haare werden nachder Blühte, wenn sich der Kelch oben zusammengezogen und verhärtet hat, ebenfallsstärker, ihre Spitzen krümmen sich um und bilden kleine Hacken, so daß die FruchtÄrmlichkeit mit einer Klette bekommt, und sich gleich dieser an die Kleider der Vorüber-gehenden anhängt. Inwendig ist die Frucht in zwey Abtheilungen abgetheilt, deren je-de ein länglicht rundes Saamenkorn in sich enthält, das eine weiße Farbe hat.Blätter und Blumen haben einen schwachen, kaum bemerkbaren angenehmen Geruch,der, nach der Verschiedenheit der Gegend und der Jahreszeit, bald stärker bald schwä-cher ist, und durch das Trocknen aber gänzlich verschwindet. Der Geschmack der Blät-ter ist etwas zusammenziehend und gesalzen.

Der Nutzen, den uns der Odermennig verschafft, ist nicht von großerWichtigkeit. Als Futterkraut taugt er wenig, denn er giebt, seines holzigen Sten-gels wegen, den er im Sommer zur Zeit der Heuernte hat, kein gutes Hen, und in,dem auch die kurzen, meistens auf der Erde aufliegenden Blätter, nickt wohl zugleichmit abgehauen werden können, so gehen diese noch überdieß für die Heuernte verloren. Diese Blätter enthalten viel Ger desto ff, und können daher als lohgare ge-braucht werden. Grün wird das Kraut des Odermenniges nur von Schafen und Ziege«

gerne gefressen.

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