^ 6 ^ ^ / c7 c/ F.
'ÄZ
Was die Zufälle betrifft, die auftden Genuß schädlicher Schwämme bey demMenschen zu entstehen pflegen, so sind sie im Allgemeinen eben dieselben, welche aufwas immer für ein genossenes Gift erfolgen. Sie wirken theils durch ihre Schärfe,theils durch ihr betäubendes Princip: so zwar, baß man die Giftschwämme, nach ihrenWirkungen, unter die scharfbetäubenden Pflanzengifte zählen kann, und sie da-her sowohl die Zufälle, welche von betäubenden, als auch die, welche von scharfen Gifteneintreten, gemeinschaftlich nach sich ziehen; nur sind bald die einen, bald die andern mehrhervorstechend, je nachdem nehmlich die genossenen Schwämme entweder mehr betäubendesPrincip oder mehr Schärfe in sich enthielten. — Die vorzüglichsten der einzelnen ge-fährlichen und schädlichen Wirkungen, nach dem Genuße giftiger Schwämme sind fol-gende: Entzündung der lippen; ein Aufschwellen der Zunge und des äußern Kopfes;Schwindel Ohnmächten,- vorübergehende Blindheit; Entzündungen der Rachenhöhle,des Schlundes und des Magens, an welchen Stellen sich in der Folge auch Brandste-cken zeigen; anhaltende heftige Schmerzen im Magen; Unruhe, Bangigkeiten, Betäu-bung; Eckel, wirkliches Erbrechen, oder oft nur leere und äußerst marternde Reize zumErbrechen; Schluchzen; heftige schneidende und stechende Bauchschmerzen; Durchfälle,oder doch beständige Reize zum Stuhlgang mit Tenesmus; Abgang von Blut durchden After; oft aber hartnäckige Verstopfung des teibes mit den unerträglichsten Kolik-schmerzen; häufigere und anhaltende Ohnmächten; ein sinnloser, durch ängstliches schnel-les Aufwachen unterbrochener Schlummer ; Fieberbewegungen im Pulse, abwechselndmit Schauder und Hitze verknüpft/ Schlagfiuß; Wahnsinn; ein Zittern der Extremi-täten, Convulsionen; Herzensangst, beschwertes Athemhohlen; eine allgemeine Ermat-tung des Körpers; Kälte der Gliedmassen, ein kalter, klebrichtcr Schweiß über derganzen Oberfläche des Körpers; Abgang eines dicken blutigen Harns, und endlich derTod. — Aber nicht bloß der wirkliche Genuß der giftigen Schwämme allein, son-dern auch schon ihre Ausdünstung, besonders wenn ein schwächliches, sehr reizba-res Subjekt derselben ausgesetzt wird, verursacht allerley beschwerliche Zufälle; die je-doch bald wieder ohne weitern Nachtheil vorübergehen. Auch auf einige Thiere,vorzüglich auf Hunde, wie wir in der Folge bey den einzelnen Arten hören werden,äussern die giftigen Pilze, bald mehr bald weniger, ihre schädlichen Wirkungen.
Die Heilart der von den Giftschwänunen verursachte» Zufälle beruhet imAllgemeinen auf allen Mitteln, die gegen genossene Gifte überhaupt mit Nutzen ge-braucht werden. Vorzüglich sind gleich Anfangs Brechmittel, die am besten ausBrechweinstein, Ipecacuanha, oder weißen Vitriol bestehen können, in etwas stärke-ren und wiederholten Gaben, nicht ausser Acht zu lassen; damit das noch im Magensich befindliche Schädliche, so bald als möglich und auf dem kürzesten Weg, aus demKörper geschafft werde. Darauf lasse man häufig lauwarme wässerige, schleimige.