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soll, da wir Key den übrigen Vegetabilien kein Beyspiel der Art sehen, und da fernerdie meisten, oder doch mehrere Arten der Schwämme zu gleicher Zeit wachsen, sich al,so dieser schädliche Einfluß doch bey allen gleichzeitigen Schwämmen häufiger zeigenmüßte, dem aber die tägliche Erfahrung offenbar widerspricht.
Noch giebt es auch Schriftsteller^), welche behaupten: daß die Schädlichkeitoder Unschädlichkeit einiger Schwämme von dem Orte abhänge, an dem sie wachsen,so daß dieselbe Art an einem Orte eßbar, an einem andern aber giftig seyn könne.Allein ob wir gleich diese Behauptung bey vielen andern Vegetabilien, vorzüglich beyden Doldengewächsen, durch die Erfahrung bestättigt finden, so ist dies doch in Betreffder Pilze gar nicht wahrscheinlich: denn, wie schon Herr Hofrath Frank »/) bemerket,das locale kann nur bey solchen Pflanzen einen Einfluß auf ihre Eigenschaften äußern,die an ganz verschiedenen Orten wachsen, und so in ihren guten, oder auch schlimmenKräften nach Maßgabe ihres bessern Verhältnisses zu diesem oder jenem Boden, eineVeränderung annehmen können. Hingegen die Schwämme sind ziemlich beständig, undnur gewissen Stellen des Bodens getreu: indem sie, wie bekannt, meistens auf feuch-ten Wiesen, in halb sumpfigen, schattigen Gegenden, in finster» Wäldern, besondersvon Tannen, angetroffen werden, wo sie seit undenklichen Zeiten ihren Wohnsitz auf-schlugen, und sie sich noch von einer Generation zur andern fortpflanzen. Es scheintdaher, daß die guten und im Gegentheil wieder die unglücklichen Folgen, welche manvon dem Genuße der Schwämme einer und der nehmlichen Gattung, die aber an ver-schiedenen Orten gewachsen sind, beobachtet haben will, vielmehr von einer Ver-wechselung der eßbaren Schwämme mit giftigen, als bon der verschiedenen Beschaf-fenheit des Bodens herrühren möchten. — Uebrigens muß ich hier erinnern, daß vieleKöche der Meinlmg sind, daß das sicherste Kennzeichen, ob sich unter eßbaren Schwam-men ein giftiger befinde, darin bestehe; wenn man entzweyg eschnittene Zwie-beln zugleich mit den Schwämmen kochen läßt, und diese dadurch schwarz, oder we-nigstens doch blau gefärbt werden; sollten sie aber im Gegentheil in ihrer natürlichenFarbe bleiben, so könnte man von der Unschädlichkeit des Gerichtes überzeugt seyn,und dasselbe ohne allen Besorgniß verspeisen. In wie fern diese Prüfungsmelhode alszuverläßig angesehen werden kann, muß erst durch sichere Beobachtungen und Versucheausgemittelt werden.
"6) Ioh. Friede. Zückert's Allgemeine Abhandlung von den Nahrungsmitteln. Berlin,17/H. 8» Seite 66.
«7) Ioh. Pet. Frank's System einer vollständigen medizinischen Polizey. III. Band. Wien,
^787. Seite 27Z.