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3 (1806) Acanthus - Amygdalus
Entstehung
Seite
134
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oder öhlichte Flüssigkeiten, als Milch, Chamillen - Blumenthee mit Honig, auchnur blosses Wasser unverzüglich, und so viel nur möglich, nachtrinken; thcils um dieAusleerungen durch das Erbrechen zu befördern, theils um die Schärfe der genossenengiftigen Schwämme zu entkräften und unschädlich zu machen, wenn sie gleich schon denMagen passirt und in den Darmkanal gelangt wären. Daher werden auch Clystiercvon diesen Dingen mit Nutzen gebraucht werden. — Herr Marabelli >s) glaubt imSalmiakgeiste ein zuverläßiges Rettungsmittel gegen die Folgen des Genusses von gifti-gen Schwämmen gefunden zu haben. Die Art ihn anzuwenden ist nach diesem Schrift-steller folgende: er läßt Erwachsenen zwölf Tropfen davon, mit etwas Wasser verdünnteingeben, zugleich befeuchtet er ein Röllchen Papier mit diesem Mittel, dc>5 er in dieNase des Unglücklichen steckt; will auf diese Hilfsanwendung noch Feine Erleichterungerfolgen, so pflegt er noch vier bis fünf Tropfen Salmiakgeist ohne Wasser vermittelsteines knöchernen löffels nachzugeben, und er versichert, daß sich darauf gewöhnlich einerleichterndes Elbrechen und Stuhlgang einfinde; in Fällen aber, wo das letztere nichterfolgen sollte, giebt er dem Kranken ein abführendes Mittel, uno zwcy Stunden dar-auf häufig Milch nachzutrinken.

Die eßbaren Schwämme enthalten nach den Untersuchung?« der Bromc,-tologen als vorzügliche Bestandthcile: leim, Salz, einen großen Anthcil von flüchtigemAlkali und sehr viel wässerige Theile; so daß die festen kaum den achten Theil ihresGewichtes betragen. Uebrigens sind sie sehr zur Fäulniß geneigt, jedoch, als Speisebetrachtet, für gute Magen nahrhaft, und geben für viele lüsterne Gaumen eingentlichelckerbisscn, oder so genannte Leibgerichte. Inzwischen will man doch nicht selten Gele-genheit gehabt haben, die Bemerkung machen zu können, daß selbst solche Schwämme,die man durchgängig für die unschädlichsten zu halten pflegt, unter gewissen Umständenfür die Genießenden schädlich, oder wohl gar lebensgefährlich gewesen wären. DieseBehauptung ist auch in der That nicht ganz ungegründet: denn erstens sind sogar diebesten Pilze, wegen der Menge des zähen Schleimes , den sie enthalten, immer als eineschwer verdaulich« Speise zu betrachten, welche die Werkzeuge der Verdauung kaum 5«bezwingen im Stande ist; ja manche aus ihnen werden durch das Kochen zähe, ben-nahe lederartig, wo sie den Vorwurf der Unverdaulichkeic um so eher verdienen müssen.Man will Beyspiele haben, daß die Schwämme oft bis drey Tage im Magen unverdautliegen blieben, nach dieser Feit erst durch den Stuhlgang unverändert ausgeleeret wunden, oder im Magen zu faulen anfiengen, und zu Magenentzündungen, Durchfällen,brandigen Ruhren u. d. gl. Anlaß gaben. In großer Menge genossen, werden sie daher

'») Opulcoli lcylü 6i Klilano. I'om. XIII. p. 48.