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3 (1806) Acanthus - Amygdalus
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mondförmi'ge Gestalt haben, und in kleinen runden Haufen an den genannren Falten deszurückgeschlagenen Randes der Blätter gleichsam angeleimt sind. Diese kleinen Hülsenhaben eine Vorrichtung, die einem Getriebe oder einer Feder ähnlich ist; so zwar, daßwenn sich dieselbe zusammenzieht, die Capseln sich von einander begeben, und ihre äußerstkleinen darin eingeschlossenen Saamcnkö rne r, welche mehr an der Zahl und fastganz rund sind, fallen lassen; doch alles dieses kann man nur vermittelst eines gutenVergrößerungsglases unterscheiden.

Der bis jetzt bekannte Nutzen dieses niedlichen Gewächses ist sehr unansehnlich,und er schränkt sich größten Theils nur auf die Hcilkunst ein; allein auch hier hatman sich davon keinen sonderlichen Erfolg zu versprechen, obschon demselben eröffnende,schweißtreibende, und von Einigen sogar, den Stein zermalmen)? Arznenkräfte ^-geschrie-ben werden. Inzwischen ist das Frauenhaar dock noch in den meisten Gegenden Deutsch,landes officinell, und für unsere Apotheken wird das brauchbarste und beste aus demsüdlichen Thcile von Frankreich, vorzüglich von der Gegend um Montpellier, und vie-les auch aus Italien und Spanien zu uns gebracht. Das wichcigste und gebräuchlich-ste Präparat, was wir davon haben, ist der unter dem Namen Fr u u en b aa > sy ru ps sirop lle cg^illgire) bekannte und ehemals sehr berühmte Brustsyruo. Er wird inParis und vorzüglich in Montpellier von besonderer Güte, gleichsam Fabrikbmaßig in gro-ßer Menge bereitet und in fremde Länder ausgeführt. Dieser in vorigen Zciccn sosehr geschätzte Syrup ward von einem Arzte zu Montpellier P. Form ins im Jahreisz^ beynahe als ein Universalmittel, besonders aber in Brustkrankheiten als untrüg-lich angerühmt; heut zu Tag aber hat er ungemein viel, /a heynahe sein ganzes An,sehen verloren, weil man sich in den hohen Erwartungen von der Wirksamkeit diesesMittels ganz getäuscht fand. Inzwischen wird er in den Kaffeeschenken zu einer Art vonwarmen Theegeträ'nk (LarrieroÄL) noch häufig gebraucht. Endlich soll dasFrauenhaar, wenn es in lauge oder Wein gesotten, und der behaarte Theil des Ko-pfes damit gewaschen wird, noch ein schönes, dickes und langes Haar machen, und di^Schuppen auf dem Kopfe vertreiben. ^)

In Gärten wird dieses Gewächs nur selten zu Verzierungen von Grotten, beykünstlichen Nachbildungen von Ruinen u. d. gl. gebraucht. Will man es z» diesem End-zwecke bauen, so muß man es in Töpfe, die mit Sand und Kalkschult angefüllt sind,setzen, in welcher Mischung es viel besser treiben wird, als in einer guten Erde; dieTöpfe aber müssen fleißig begossen und im Winter in ein Glashaus, oder wenigstens

») Ueber den Arjneugebrauch dieses Gewächses sehe man auch den i. Band dieses Wer-kes Seit. t»2>