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der Sonne stark ausgesetzten Boden wird der Stengel beylä'ufig nur einen Fuß hoch; dieBlätter stehen dicht; die Blumenähren sind voll und gedrängt, und haben eine dunkel-blaue Farbe. In feuchten, schattigen Orten, oder in Gärten, ist der Stengel viel hö-her, oft bis auf fünf Fuß. Die Blumenähren, wenn sie im Anfange noch schwach sind,neigen sich etwas nach abwärts, und erst in der Folge, wenn sie stärker werden, richtensie sich auf. Die Blatter sind hier viel größer, und stehen weiter von einander ab; dieBlumen stehen nickt so dicht auf einander gehäuft, und ihre Farbe ist blasser. Sie hin,terlassen nach der Anzahl der Staubwege gewöhnlich drey, selten vier oder fünf, schotten-förmige, mit vielen eckigen Saamen angefüllte Saamenkapseln.
Die ganze Pflanze hat einen krautartigen etwas widerlichen Geruch, undvorzüglich die Wurzel und Blatter haben einen bittern, scharfen, eckelhaften Geschmack,der bcym Trocknen nur wenig vergeht. Die Blätter verursachen auf der Zunge einen Ein-druck beynahe wie eine kleine Quantität eines vegetabilischen taugensalzes; wenn man abervon der Wurzel etwas kauet, so empfindet man ein Erstarren im ganzen Munde, gleichals wenn man sich den Mund verbrannt halte, das sich zu den kippen hinzieht, und wieuns Herr Iussieu und andere versichern, sonst weiter keinen Schaden verursacht, undsich noch vor dem Verlauf einer Stunde von selbst wieder verliert.
Auch diese Art des Sturmhuts gehört unter die scharfen Pflanzen-gifte, und wirkt für die Menschen und Thiere wie der hellblaue Sturmhut (^conimirl<ÜÄMM3rum), nur in einem etwas schwachem Grade. Es ist daher hier nicht n'ölhigvon ihren schädlichen Eigenschaften ausführlicher zu sprechen, und ich verweise deßwege»auf das, was ich hierüber bey der obengenannten Art vorgetragen habe. Indessen sollendoch die Bienen aus ihren Blumen Honig saugen. 2°)
Was ihren Nutzen betrifft: so wird sie in der Heilkunst sowohl äußerlichals innerlich, bey Menschen und Thieren auf eben die Art, wie das Aconitum (^arnrna.ruin gebraucht, daher auch dag, wasStörk, Rein hold und andere Schriftsteller von denHeilkräften des Sturmhuts geschrieben haben, sowohl für die Napellyflanl.e, al>/auch fürdenhellblauen Sturmhut anwendbar ist. — In d en Lustgärten wird diese Art desSturm«Huts häufiger als die übrigen gezogen, weil ihre Blumenähren sich, wegen des schönenpyramidenförmigen Ansehens, vortrefflich ausnehmen. Nur hat man eben die Vorsicht zugebrauchen, daß sie vor Kindern und andern unwissenden Personen gut in 7bcht genom-
'°) Ueber diesen Gegenstand kann man noch nachlesen: Gmelins Geschichte der Pflanzengifte,Seit. 452. Nun«. 7. — Ebendesselben Abhandlung von den giftigen Gewächsen inSchwaben, Seit. IZY. Nun», zz. — Halle, deutsche Giftpflanzen, Seit. 1,24. Num.Zy. Tab. ,4.— Und Gmelins neue Ausgabe der Pflanzengifte. Nürnberg l8^>Z. Seit.7"7 — 72Z.