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3 (1806) Acanthus - Amygdalus
Entstehung
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51
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Einsalben des Unterleibes gegen Windkoliken u. d. gl. gebrauchen «). Herr Schulzezeigte auch Z), daß man aus dieser Pflanze Camp her bereiten könne; und nach Grewsoll die frische Wurzel derselben in ihren Wirkungen der spanischen Giftwurzel (vurÜO-nl'a ^ontrajervÄ) gleich kommen, und ihr substituit werden können; durchs Trocknenverliert sie hingegen viel von ihz-er Arzneykraft. — Ich muß hier noch eines Gebraucheserwähnen, den man von der Schafgarbe zur Heilung der Frostbeulen macht <).Man bratet etwas Speck in einem Tiegel aus, worauf man die sogenannten Grebeu her-ausnimmt. In den fiüßigen Speck wird eine gute Handvoll getrocknetes Schasgarbenkrautgelegt, und ein wenig Wachs und Butter dazu gethan. Dieß alles muß nun recht scharfzusammen durchgebraten werden, so daß es etwas brännlich wird. Dann wird es durchein Stück leinewand ausgepreßt, und man läßt es in einer Tasse erkalten. Von diestrSalbe wird alle Abend, so viel als nöthig ist, auf ein Stück leinwanb geschmiert, undauf die Frostbeulen, so daß sie ganz von der Salbe bedeckt werden, übergeleget, ohnees den Tag hindurch abzulegen, bis das Uebel gänzlich verschwindet. Diese Salbe sollauch dann noch, wenn die Frostbeulen sckon durchgebrochen sind, die beste Wirkung lei-sten, und überhaupt bey allen frischen Wunden ein treffliches Heilmittel seyn.

Auch in der Oekonomie verschafft uns die Schafgarbe einigen Nutzen. AufWiesen, wo sie häufig warbst, verhindert sie den Wachsthum des Mooses; Einige be-haupten auck, daß sie für Pferde und Kühe ein angenehmes Futter fey, was aber vonViele» andern widersprochen wird: denn das Vieh frißt diese Pflanze wegen ihres bitternund herben Geschmackes nicht gern, sie verschafft auch eine kärgliche Nahrung, ob siegleich übrigens eben nicht ungesund wäre. — Herr von Rohr erzählt, daß er selbstgesehen habe, wie einige gute Hauswirthe, an manchen Orten, besonders aber in derGegend von Dresden, in den Weingebirgen und in sandigen Gegenden, wo andere Fut-terkräuter nur sparsam wachsen, diese Pflanze bey dürren Jahren, da es an Futter man-gelte, mit vieler Mühe zusammen suchen, dieselbe brechen, ganz klein stampfen, unddem Vieh« zu fressen vorlegen. Ungestampft wolle zlvar das Vieh nicht gern daran, weil sieihm zu bitter sey, fresse sie aber gleichwohl ganz gern, wenn sie mit andern, Grase vermischtund ganz klein zerschnitten, gefüttert werde. Er räch sogar, dieses Gewächs in sandigen undunfruchtbaren Gegenden, wo sonst wenig oder gar kein Gras wachst» will, anzusäen.

«) Maumery von den antispasmodischen Heilkräften der Schafgarbe. — Normaud deSoigny von den Wirkungen der Schafgarbe, in der Sammlung auserles. AbHand, fürpraktische Aerzte, 4. Band.

Z) Hamburg. Magazin F. Ctiick, Seit. yss.

4) Reichsanzeiger v. 1?. Iunius »801, Nro. 145, Ceit. 1965.

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