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3 (1806) Acanthus - Amygdalus
Entstehung
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50
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I<n d«>r HeilkunK leistet lue Schafgarbe, wegen ihrer reizenden, stärkendentzt«d krampfstillend«« Arzneykräfte keinen geringen Nutzen, und man gebraucht fie gegenalle Arten von Blutfiüssen, i» so fern sie von einer Schwäche des Gefäßsystems und nichtvon einem Ueberstuße des Blutes herrühren , gegen den Durchlauf, die Windkolik,beym Nierenstein j gegen Krämpfe , Magenschmerzen , Spulwürmer, wider denweißen Fluß, bey fortdauernden Wehen nach schweren Geburten u. dgl. (Man sehe den2. Band, Seit. 46). Man kann eine oder die andere Schale tines leichten Aufgusses derSchafgarbe, der wie ein gewönlichcr Theetrank bereitet wird, bey dergleichen Fällen,auch ohne einen Arzt um Rath zu fragen, als ein Hausmittel trinken; allein wenn sich dieZufälle nicht bald darauf bessern, so muß man nicht glauben, das Nebel durch häufigeresTrinken dieses Thees etwa bezwingen zu können: sondern man soll einen Arzneyverständi-gen um Rath fragen, weil dergleichen Krankheiten oft so beschaffen sind, daß sie durchdieses Mittel nicht nur allein nicht gebessert, sondern noch verschlimmert werden können,und ganz entgegengesetzte Arzneyen nöthig haben. Mit mehr Sicherheit kann man diese»Thee lauwar« als Gurgelwasser und zum Ausspülen des Mundes, wider die Mundfäuleoder die sogenannten Mundschwämmchen (Mehlhuno) der Kinder, gebrauchen. — Dasfrische Kraut, in die Nase gesteckt, verursacht nicht selten ein Nasenbluten; zu einemBrey zerquetscht, und auf frische Wunden gelegt, stillt es die Blutung, wenn keinegroßen Gefäße verletzt sind, in kurzer Zeit, und befördert die Heilung; eben so soll diesesMittel gegen den Stich von Wespen, Bienen und benm Vernageln der Pferde trefflicheDienste leisten. Andere rühmen, Tücher in de.i frisch ausgepreßten Saft der Schafgarbe ein-getaucht , und auf den Kopf warm aufgefegt, als ein Mittel wider Kopftchmerzen. —In einigen Apotheken hat man nebst den Blüthen und Blättern, die zum Arzneygebrauch«in Iunius eingesammelt werden sollen, ein destillirtes Wasser und ein wassc»riges Extrakt der Schafgarbe; erstens wird gegen faules und lockeres Zahn-fleisch empfohlen, indem man kleine leinwandbäuschchen damit anfeuchtet, und auf daskranke Zahnfleisch überlegt; letzteres ist ein stärkendes Mittel, und wird der H.'ilanzeigegemäß zu einem Skrupel oder zu einer halben Drachme, auf ein Mahl, verordnet. Durchdie Destillation der Blülhen, und zum Theil auch durch die Destillation des Krautes, erhältman etwas ätherisches Oehl (0l«urn Millefolii), dessen Menge und Farbe im,,ner sehr verschieden ausfällt, und bald grünlich, gelblich, oder blau ist. Nach einigenVersuchen gaben sechs und dreyßig Pfund frische Blumen ein loth ätherischen Oehls.Wenn die Pfianze, die zum Destilliren gebraucht wird, auf einem feuchten Boden ge-standen hat, so soll das davon erhaltene Oehl eine blaue, und wenn sie auf einem trocke-nen Boden war, bald eine gelbe, grünliche oder auch weiße Farbe annehmen. Dieses Oehlverhält sich in seinen Eigenschaften ganz wie Chamillenöhl, und man kann es such zum