Vorrede.
Kunst. Er mahlte mir verschiedene seltene Gewächse ausmeinem Garten ab. Sie gefielen Kennern, und diß gabAnlaß zu dem gegenw.wigen Werke. So stark auch ehe-dem meine Neigung zur Botanik war/ so feurig ich auchBerge und Thäler mancher Pflanzenreichen Gegend durch-strichen, so sehr ermattet mit den Jahren dieser Hang,wenn häußlicke Pflichten, wenn Familie, wenn der Man-gel auch nur Eines Freundes gleicher Neigung, sich vor-finden. Ich sah« die Schwierigkeiten dieser Arbeit wolein, wenn ich meinem Vorsatz getreu bleiben, und stetsdie Natur, Kopien aber so selten als möglich, zum Leit-faden gebrauchen wollte. Wer Pflanzen selbst gesucht, ge,pflanzt, gewartet, zergliedert hat, der wird davon über-zeugt seyn. Die Sache ist nun angefangen, und ich wer-de stets bemühet seyn, der Arbeit möglichste Vollkommen-heit zu geben, jede gegründete Erinnerung zu nützen, undkeinen Käufer seine aufqewante Kosten bereuen zu machen.So sebrauch der Herr Verleger bemühet ist, keineKostenund Mübe zu sparen, dem Werke innere Güte und äussereSchönbeit zu verschassen; so sind doch einige Tabellen,wie z. E, das I^ycupoäium clav^rum, im Stich und Ko-lorit, meiner gelieferten Originalzcichnung nicht ganzähnlich worden. Es ist aber auch bey einem mäßigenPrciß stbr schwer, der genauen Illumination jedes ein-zelnen Stücks im Grossen zu folgen. Hundert Pflanzennach der Natur in einem Sommer, als Nebenarbeit zubesorgen und zu zeichnen, erfordert nicht wenig. Die Ent-fernung des Verlagorls raubt mir auch die strenge Auf-sicht, wie ich sie wünschte, und meine Erinnerung kommtfür manchen Fehler zu spat.
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