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1 (1839) Einfache Mittel
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NATRÜM CARBONICUM CRüDüM 801

das Natron, und kohlensaures Natron wird erhalten. Solche Pflanzensind Salsola Kali, S. Natron, S. Tragus, Salicornia herhacea, Sodamaritima, Atriplex maritima u. s. w., aus denen an den Meeresufernvon Frankreich, Spanien, Italien und Russland die im Handel unterdem Namen Bariila vorkommende unreine Substanz bereitet wird. DiesePflanzen werden in niedrigen sumpfigen Gegenden an der See oderauch an Salzsümpfen mit Fleiss angebaut. Die künstliche Erziehungder Bariilapflanze (Salsola Kali) ist sehr mühsam und kostbar. DerBoden, welcher vorzüglich niedrig und nahe am Meere seyn muss, musserst sehr viel gepflügt und von allem Unkraut gereinigt werden; dannsäet man die Pflanze im Februar oder März und jätet tteissig alles Un-kraut aus; ein Insect indessen (Brucus Saholae Jcrili oder Masone)zeigt sich oft nach starkem Regen in der Pflanze und vernichtet sie.Im October schneidet man die Bariila und legt passende Haufen überein Gitter mit einer Höhlung unter demselben. Wenn die Barillapflanzefast trocken ist, so zündet man solche an und sammelt die in die Höh-lung hineingefallene Asche, die sich in grossen Klumpen aneinandersetzt. Die kleineren Stücke und der Staub haben einen geringerenWerth.

Die rohe Soda kommt in Stücken von verschiedener Grösse zuuns, welche bei einer guten Soda fest, sehr hart, schwer, trocken,klingend, inwendig löcherig, von bläulicher Farbe sind, mit kleinenweissen Flecken vermischt. Sie enthält etwa 20 Procent, die besteBariila, die von Aiicante, höchstens 40 Procent kohlensaures Natron,die übrigen 60 sind Schwefelnatrium, salzs., schwefeis., iodwasserstoffs.Natron, ferner Kalk- und Talkerde, Kieselerde und Metalloxyde, alsEisen u. s. w. Der Kelp oder die Varecsoda, die aus eingeäschertenim Meere selbst wachsenden Pflanzen, den Tangarten, gewonnen wird,enthält kaum 45 Procent Natron; ihr Gehalt an Iod giebt ihr aberjetzt einen gegen den früheren um vieles höheren Werth. Man kannaus diesen Sodaarten durch Auslaugen und Krystallisiren zwar auch einreineres kohlensaures Natron gewinnen, indessen werden sie grössten-teils zur Färberei, zur Bereitung der alicantischen Seife u. s. w. ver-braucht.

Grossentheils wird das rohe Mineralalkali aus dem Glaubersalzebereitet. Man zersetzt das Glaubersalz durch Kali auf 8 Th. kry-stallisirtes Glaubersalz 3% Th. gereinigte Potasche und scheidet dasschwefelsaure Kali und kohlensaure Natron durch Kristallisation. Amhäufigsten aber befolgt man die Methode, das Glaubersalz durch Bren-nen mit Kohle und Kalk zu zersetzen. Man mengt nämlich gleicheTheile getrocknetes Glaubersalz und Kreide und % Kohlenpulver, er-hitzt die Masse bei heftigem Feuer, bis sie anfängt weich zu werden,darauf wird dieselbe ausgegossen, zerstückt, noch heiss in Wasser auf-gelöst, die Lauge filtrirt und zum Krystallisiren gebracht. Hierbei wirdßulk't preues Pharmak, 4. Aufl .1. 51