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NATRÜM CARBOMCUM CRÜDUM
Glaubersalz haltendem Wasser getränkt; diese Salze werden durch dieüberwiegende Menge Kalk grösstentheils zersetzt und das ausgeschie-dene kohlensaure Natron efflorescirt, wobei es noch immer viel Glau-bersalz und Kochsalz enthält. Wenn man Kochsalz mit gebranntemKalke mengt und das Gemenge stets feucht erhält, so fängt nach eini-ger Zeit kohlensaures Natron an auf der Oberfläche zu effloresciren.Doch giebt dieses Verfahren eine so geringe Ausbeute, dass es als Be-reitungsweise im Grossen nicht lohnend sevn würde. Auf diese Weiseerfolgt auch das Auswittern von kohlensaurem Natron aus alten Mauern,wenn der Kalk dazu mit Seewasser, oder mit einem anderen gesalze-nen Wasser gelöscht worden ist.
Das auf diese Weise aus dem dann gleichsam bereiften Boden aus-witternde öder durch das Eintrocknen der Natronseen bei der heissenJahreszeit auf dem Boden ausscheidende Salz wird sorgfältig zusammen-gekehrt und entweder so, wie es ist, in den Handel gebracht, odervorher durch Auflösen und Eindampfen von der beigemischten Erdebefreit. In Südamerika, südwestlich von Merida, wird nach einer Nach-richt von Rivkro und Boissingault aus einem kleinen See seit langenJahren ein Salz, Urao genannt, ausgebracht, welches ganz ähnlich wiedas Trona zusammengesetzt ist und aus 41,22 Natron, 39,00 Kohlen-säure, 18,80 Wasser, 0,98 fremden Substanzen und 0,98 Verlust be-steht. Das Trona fand Klaproth zusammengesetzt aus 87,0 Natron;S8,0 Kohlensäure; 22,5 Wasser und 2,3 schwefelsaurem Natron. DieseSalze sind demnach, so\ue das natürlich auswitternde Natron, andert-halb kohlensaures Natron (s. Natrum carbonicum depuratumim 2ten Th). Mehrere Mineralwässer, als das Karlsbader, das BilinerWasser u. s. w. enthalten gleichfalls Natron.
Wenn wir das Kali sehr reichlich in dem Pflanzenreiche antreffen,so finden wir dagegen, dass das Natron, welches überhaupt sparsamerin der Natur vorkommt als das" Kali, mehr im thierischen Organismus,und nur gleichsam ausnahmsweise in denjenigen Pflanzen vorhanden ist,welche an den Meeresufern entweder von selbst wachsen, oder daselbstangebaut werden. Diese Pflanzen nehmen aber nicht aus dem mit See-wasser getränkten Boden das Kochsais als solches auf, sondern dieseswird durch den Lebensprocess der Pflanzen zersetzt und pflanzensauresNatron gebildet; auch hat Sprengel (Kastn. Archiv VII. S. 161)beobachtet, dass die Salzpflanzen besonders bei Nacht Chlor entwickeln ;auch im Sonnenscheine geschieht dieses, nur wird dann schnell Chlor-wasserstoffsäure gebildet. Man kann dies leicht beobachten, wenn mandie Erde, worin die Pflanzen stehen, mit Salzwasser tränkt; auch Koch-salz sollen sie nach seinen Versuchen ausdunsten. Hiernach erklärt sichdie Bildung des kohlens. und pflanzens. Natrons in der Asche derStrandpflanzen. Beim Verbrennen der Pflanzen wird nämlich die or-ganische Säure zerstört, ^und die dabei erzeugte Kohlensäure tritt an