MOSCHUS
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einer hellbraunen häutigen Substanz und wenigen weissgelben Haarenuntermischt; der dritte Beutel dagegen war ganz mit einer noch ziem-lich weichen schwarzbraunen Masse gefüllt," die unregelmässig mit fei-nen Häutchen- durchwachsen war; jeder Beutel enthielt gegen >/ 2 Unzebis 5 Drachmen reinen Moschus.
In dieser Originalverpackung befanden sich jedoch auch einige ge-nähete Beutel. Aber auch in ungenäheten und dem äussern Ansehennach völlig ungekünstelten Beuteln fand Oberdörffer ein mehrfachzusammengefaltetes Convolut einer ziemlich stark häutigen Substanz,eine volle Drachme an Gewicht, und es sind leider auch an diesentheuren Moschusbeuteln Verfälschungen häufiger aufzufinden, als mannach dem hohen Preise vermuthen sollte.
Schinblkr (Pharm. Centralbl. 1835. S. 29) beschreibt eine SorteMoschus, welche als mittlere wohlfeilere Waare neben der feinentheuerern seit geraumer Zeit im Handel vorkomme, als in allen Dimen-sionen etwas kleiner, die Form stets mehr oval als rund und plattge-drückt eiförmig zu nennen, das Gewicht der einzelnen Beutel nie über6 Drachmen gehend. Die Haare weiss, doch manchmal auch gelblichund bräunlich, welche letzteren Farben jedoch nicht natürlich sind undsich durch Seifenspiritus hinwegwaschen lassen, so dass das Weiss derHaare unverkennbar wieder hervorkommt. Diese mittlere Waare istkabardinischer Moschus (s. weiter unten) mit beschnittenen und oft ge-färbten Haaren.
Ein anderer Uebelstand wird ferner dadurch herbeigeführt, dassdie Kaufleute den Moschus, um das Gewicht desselben zu vermehren,an feuchten Orten aufheben und dann in fest verschlossenen blechernenKasten aufbewahren. Hierdurch erleidet aber der Moschus, nach derBemerkung der Herren Blondeau und Gdibodrt, wie alle stickstoff-haltige Materien, bald eine Veränderung; es bildet sich Ammoniak,dieses wirkt auf den Talgstoff im Moschus ein, verwandelt diesen zumTheil in Talgsäure und bildet mit ihm eine dem Leichenfette ähnlicheVerbindung. Nicht aller Bisam hat diese Veränderung in gleich hohemGrade erlitten, doch ist er immer etwas verändert; diese Veränderungäussert sich aber nur auf den Eiweissstoff, die Gallerte und den Fa-serstoff, als die unwirksamen Bestandtheile des Moschus, und der da-durch entstehende Nachtheil werde zum Theil durch das iu eine sei-fenartige Verbindung verwandelte Ammoniak ersetzt.
Eine interessante Seltenheit sind die Concretionen, die sich in denMoschusbeuteln finden sollen. Diese werden in Ostindien ausserordent-lich geschätzt, und daher, wo man sie durch das Gefühl iu den Beu-teln erkennen kann, zum Gebrauche für die einheimischen Fürsten her-ausgenommen. Pfaff (Syst. d. Mat. med. VII. S. 286) beschreibtzwei dergleichen, eine rund, die andere plattgedrückt, 5 und 5'/ 3 Granschwer, von dunkelbrauner Farbe, rauher und matter Oberfläche, von
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