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MOSCHUS
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sehr angenehmem Moschusgeruche. Im Innern zeigten sich keineSchichten oder sonstige Absonderungen, sondern sie haben ein ganzgleichartiges, schimmerndes, fast harziges Ansehen und dieselbe brauneFarbe wie aussen; ihr chemisches Verhalten war mit dem Moschusübereinstimmend, nur waren sie trockener.
Der kabardinische oder russische Moschus (Moschus calardinicus s.moscmviticus) kommt aus Sibirien in grösseren, mehr länglichen, an demeinen Ende zugespitzten und mit längern weissen, gewissermassen sil-berfarbigen Haaren besetzten Beuteln vor. Der darin enthaltene Mo-schus riecht viel schwächer, dabei widrig, dem Pferdeschweisse ähn-lich, ohne merkliche Ausdünstung von Ammoniak; seine Farbe ist hel-ler, mehr gelbbraun, seine Form kleinkörniger, fast pulverig. Er darfnie in den medicinischen Gebrauch gezogen werden.
Der Moschus ist vielfach zerlegt worden. Thiemann (Berl. Jahrb.1803. S. 100) fand in 100 Th.: Harz 1; Wachs 9; leimartige Sub-stanz 60; eivveissartige Substanz und thierische Haut 30. Bucholz(Taschenb. 1805. S. 169): in Wasser auflösliche Theile 70 — 85; inAlkohol auflösliche Theile 18 — 25. Wetzlbr: in Wasser auflöslicheTheile 55; in Alkohol auflösliche Theile 27. Es scheint hiernach, dassder Moschus nicht immer von gleicher Beschaffenheit sey.
Eine sehr belehrende Arbeit über den Moschus verdanken wir denHerren Blo'ndeau und Guibourt (Trommsd. N. J. IV. 2. S. 349).100 Th. Moschus verloren durch Austrocknen an Feuchtigkeit 46,925,an Ammoniak 0,325. Aether zog eine wie gelbes Wachs aussehendeMaterie aus, 13,000, welche durch heissen Alkohol in 3 verschiedenefette Substanzen zerlegt wurde. Beim Erkalten schied Talgstoff \inglänzenden Tafeln aus; der Oelstoff blieb in Alkohol aufgelöst. (BeideFette kommen mit dem Fette der Schafe und anderer wiederkäuendenThiere überein) Was der Alkohol nicht aufgelöst hatte, war Gallen-steinfett, welches dem der menschlichen Gallensteine ■ ähnlich zu seynschien. Sie erkannten auch ein saures Oel mit dem Ammoniak verbun-den , flüchtiges Oel und eine Spur Säure. Der rückständige Moschusgab mit Alkohol behandelt ein orangebraunes Ettract von einem thie-rischen Gerüche und widerlichen Geschmacke 6,000, welches enthielt:Cholestearine, saures Oel mit Ammoniak verbunden, salzsaures Ammo-niak, Kali und Kalk und eine unbestimmte Säure, welche zum Theilmit den Basen' gesättigt war. Der so erschöpfte Moschus mit kaltemWasser behandelt, gab nach dfem Verdampfen eine dunkelbraune Sub-stanz, die sich in Schuppen absetzte, 19,000, welche bestand aus:salzs.Kali und Kalk, unbestimmter Säure, Gallerte, auflöslichem Kalk-salze mit verbrennlicher Säure, sehr gekohltem nur in Wasser auflös-lichem Extractivstoffe und phosphors. Kalke. Der Rückstand wurdevon Ammoniak bis auf einen unbedeutenden Theil aufgelöst, 12,000,und die Auflösung enthielt Eiweissstoff und phosphors. Kalk. Das Un-