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1 (1839) Einfache Mittel
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790
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MOSCHUS

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Grösse des Beutels eingenäht, oder, wie ich unlängst in einem Beutel,dessen Inhalt alle Kennzeichen eines unverfälschten Moschus darbot,gefunden habe, Stückchen Caoutchouc, durch eine künstliche Oeffnuhghineingesteckt, eine volle Drachme an Gewicht, antrifft, sondern eskommen auch Beutel yor, die so künstlich wieder zusammengenähtsind, dass man diesen Betrug erst beim Durchschneiden des Beutelsbemerken kann. Die häufigste Verfälschung, die zugleich am schwer-sten zu entdecken ist, besteht in der Vermischung mit getrocknetemBlute, welcher der sogenannte Moschus ex vesicis am leichtesten aus-gesetzt ist, daher dieser denn auch nie unverfälscht vorkommen dürfte,mit Recht also aus der medicinischen Praxis verwiesen wird. Aberauch bei dem Moschus in' vesicis hat man mit der grösstmöglichstenSorgfalt darauf zu sehen, dass die zum Gebrauche bestimmten Beutelnicht schon äussere Kennzeichen künstlicher Behandlung verrathen,weshalb ein vielleicht etwas höherer Preis niemals gescheut werdendarf. Demungeachtet wird der Apotheker wohl nur selten mit völligerGewissheit und Ueberzeugung die Aechtheit seines Bisams behauptenkönnen, da oft genug selbst der aus unverdächtigen Beuteln entleerteBisam nicht den kräftigen darchdringenden Geruch erkennen lässt,welcher dem Moschus eigenthümlich ist. Die Klage über schlechtenMoschus ist demnach leider oft genug begründet, ohne dass uns Mittelzu Gebote stehen, diesem Uebelstande abzuhelfen. Andrerseits gehtman aber auch wohl zu weit, wenn man behauptet, dass niemals ächterund unverfälschter Moschus vorkomme Eine ganz vorzügliche SorteMoschus wurde im Jahre 1827 in Hamburg angebracht und durch denHandel verbreitet. Derselbe befand sich nach Oberdörffer (Bran-des' Archiv XXIV. 1828. S. 258) in völlig verschlossenen gelb lackir-ten Originalkistchen von Blei, jedes 20 Beutel enthaltend, gegen 1 Fusslang und * 2 Fuss breit und hoch, die mit chinesischen Schriftzügenund einer skizzirten Zeichnung einer Moschusjagd verziert sind. DieBeutel selbst waren alle ungewöhnlich gross, und wogen im Durch-schnitte lUnze, einige noch drüber. Auf der unbehaarten Seite warensie mit einem rothen Stempel versehen. Ihre Form und übrige Beschaf-fenheit stimmte bei den meisten aus- und inwendig mit dem von Büch-ner beschriebenen Beutel überein. Die im Scheitel des Haarwuchsesbefindliche Oeffnung mit nach innen verwachsenen feinen braunen Haa-ren, die jeder gute iWoschusbeutel enthält, zeigte sich entschieden; beieinigen schien si« nach dem OelFnen des Beutels eine" kleine Erbsegross, bei andern dagegen war sie nur von innen gegen das Licht ge-halten als ein feiner Nadelstich bemerklich. Inwendig war der Mo-schus durch das ringsum am Felle anliegende Aderhäutchen eingehüllt.Der Moschus selbst zeigte sich von verschiedener Beschaffenheit; zwe^iBeutel waren mit lauter losen, festen, matt, glänzenden, dunkel schwarzbraunen , verschiedentlich grossen Klümpchen, mit einer geringen Menge