ADEPS SUILLüS
29
KlümpcaM, die von mehr oder weniger dicht gedrängten runden, durchdunklere Linien von einander gesonderten, in einer halbflüssigen Masseliegenden Bläschen zusammengesetzt werden. Diese Bläschen zeigenbei verschiedenen Thieren eine verschiedene Grösse, und sind beimSchweinefett am grössten.
Zum Ausschmelzen schneide man das rohe Fett in kleine Würfel,hringe diese mit ein wenig Wasser in einem Kessel znm Kochen, wel-ches unter stetem Umrühren, öfterm Ab- und Durchgiessen des ausge-schmolzenen Fettes, und kleinen Zusätzen von frischem Wasser solange fortgesetzt wird als das ausgeschiedene Fett noch weiss und klarist, wobei man das Anbrennen des Fettes sorgfältig zu verhüten hat.Der Rückstand kann durch ein reines leinenes Tuch ausgepresst wer-den, um das darin noch enthaltene Fett zu gewinnen.
Das Schweineschmalz ist weiss, körnig, von Salbenconsistenz, be--sitzt einen eigenthümlichen Geruch und einen angenehmen Geschmack,und zerfliesst zwischen den Fingern. Der Luft und dem Lichte aus-gesetzt wird es gelb, nimmt einnen ranzigen Geruch und kratzendenGeschmack an, indem es Sauerstoff aus der Luft in seine Mischungaufnimmt, wodurch es unbrauchbar wird.
Das Schweinefett wurde, sowie alle übrigen Fette des Thier-und Pflanzenreichs, lange Zeit für einen einfachen Stoff gehalten. Diefranzösischen Chemiker Chevreul (Trommsd. J d. Ph. XXIV. 1. S.137, XXV. 2. S. 356, u. N. J. II. 2. S.212) und Braconnot (Trommsd.J. XXV. 2. S. 307) haben das Verdienst, zuerst nachgewiesen zu ha-ben, dass jedes Fett aus verschiedenen Substanzen bestehe, welchehinsichts der Consistenz, der Schmelzbarkeit und der Auflöslichkeit inAlkohol von einander abweichen. Die mannigfaltigen Verhältnisse die-ser Stoffe bilden die verschiedenen fettigen Körper. v
Die Scheidung dieser Substanzen wird bewirkt, indem man flüssigeFette, z. B. das Olivenöl, erkältet bis zu dem Grade, bei welchem sie zumTheil fest werden, das Flüssige durch Abgiessen und Pressen zwischenerneueten Lagen von Löschpapier vom Festen trennt, aufs Neue er-kältet , abgiesst u. s. w., und mit dieser Verfahrungsweise so lange fort-fährt, bis das ausgeschiedene Flüssige bei einer Temperatur von — 8 Ü R.nicht mehr erstarrt. Dieser Bestandtheil ist von Chbvbbcl Elaine,Oelstoff, genannt worden. Aus festen Substanzen, als Schmalz, Talgu. s. w., scheidet man die Elaine durch gelindes Erwärmen und Pres-sen zwischen Fliesspapier; das eingesogene Oel scheidet man vom Pa-pier durch Aufweichen in Wasser und Auspressen, oder durchs Kochenmit Wasser, und trennt den letzten Antheil festen Fettes durch Er-kälten, wie vorher. Oder man löst das Fett in heissem absoluten Al-kohol, aus welchem beim Erkalten das feste Fett, von Chbvbeui.Stearin, Talgstoff, genannt, herauskrystaliisirt in Gestalt kleiner sei-denartig glänzender Nadeln, welche durch wiederholte» Auflösen in
9