ACONITUM
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Kraft der Pflanzen in den Saamen am concentrirtesten geschienen, unddass auch die Saamen der eultivirten Pflanzen an Schärfe nicht nach-ständen, daher diese, wie die von Colchicum, zur Bereitung eines Vi-tium oder Tinciuru seminum Aconiti, in den ärztlichen Gebrauch zuziehen seyn möchten.
Der Eiseithut wird hauptsächlich zur Bereitung des Extractes be-nutzt. Da aber hiezu nur wenigen Apotheken die wildwachsende fri-sche Pflanze zu Gebote steht, so könnte das aus der frischen Pflanzebereitete Extract nur auf dem Wege dos Handels bezogen oder durchdas aus der gehörig eingesammelten und gut getrockneten natürlichenPflpnze selbst bereitete Extract ersetzt werden.
Der Sturmhut gehört zu den narkotischen Pflanzen; die schädli-chen Wirkungen desselben hängen von zwei verschiedenen Stoffen, ei-nem flüchtigen Princip und einer nicht flüchtigen Substanz ab. Bucnor-z(Taschenbuch für 1812. 117), welcher A. meditim Schrad. analysirte,unter den festen Bestandteilen jedoch keinen mit natürlichen Eigen-schaften begabten ausschied, sondern nur die gewöhnlichen Bestand-theile der Pflanzen, wie Extractivstoff, Harz u. s. w. erhielt, bemerktin Rücksicht des flüchtigen Principes, dass beim Zerquetschen des fri-schen Krautes die Ausdünstungen desselben heftiges Kopfweh, Schwin-del , Zittern und Rückenschinerzen verursacht haben; bei der Destilla-tion mit Wasser wurde aber weder ätherisches Oel, noch Säure, nochAmmoniak erhallen. Deutlicher haben Gbigish und Hesse (Annal. d.Pharm. 1833. IV. 66) den scharfen, flüchtigen, leicht zerstörbaren vondem nicht scharfen Bestandtheil unterschieden, welcher letztere in derPflanze noch in der höchsten Intensität vorhanden ist, wenn schon(nach der Blüthezeit) alle Schärfe daraus verschwunden ist, und derdie narkotischen Wirkungen des Sturmhuts bedingt, wogegen der-scharfe Stoff mehr Entzündung bewirkt. Der nicht flüchtige, die nar-kotischen Wirkungen bedingende Bestandtheil, von Hesse (Annal. d.Pharm. 1833. VII. 276) dargestellt, ist eine Pflanzenbase, ein Alkalo'id,Aconitin genannt. Dasselbe wurde ungefähr auf dieselbe Art erhal-ten, wie das Atropin aus den Belladonnawurzeln (siehe Belladonna).Das Aconitin scheint nicht krystallisationsfähig zu seyn, sondern bildetim reinsten Zustande eine weisse körnige oder farblos durchsichtigeglasglänzende feste luftbeständige Masse; es ist geruchlos, schmecktbitter, dann kratzend scharf, aber weder intensiv noch anhaltend, beiweitem weniger als das Kraut. Es ist höchst giftig, '/,„ Gran tödteteinen kleinen Vogel blitzähnlich. Aufs Auge gebracht bewirkt es nurkurze Zeit andauernde Erweiterung der Pupille. Es ist leicht schmelz-bar, nicht flüchtig. In Wasser ist es schwer, in Weingeist sehr leicht,auch in Aether löslich. Die Lösungen reagiren alkalisch, und neutra-lisiren die Säuren vollständig. Die Aoonitinsalze scheinen unkrystalli-sirbar zu seyn. In einer solchen Verbindung befindet sich das- Aconitin
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