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ACIDUM SULPHURICUM
chend, mit Wasser sich erhitzend, aus Schwefelsäure undWasser bestehend, zum öftern schwefelsaures Blei oder schwe-felsaures Eisen und andere verschiedenartige Dinge enthaltend.Ihr specifisches Gewicht sey == 1,840 —1,850.
B\silius Vat-entinös zeigte im 15. Jahrhundert, dass man ausdem Eisenvitriol durch Destilliren eine höchst ätzende Säure von öligerConsistenz gewinnen könne, daher der Name "Vitriolöl. Die fabrik-mässige Gewinnung scheint aber zuerst in Nordhausen in Sachsen be-trieben worden zu seyn, idaher heisst die auf diese Weise gewonneneSchwefelsäure auch jetzt noch Nordhäuser oder Sächsisches Vitriolöl,obgleich gegenwärtig auch in andern Ländern Schwefelsäure aus deinEisenvitriol destillirt wird.
Die Methode, durchs Verbrennen des mit Salpeter gemengtenSchwefels Schwefelsäure zu gewinnen, soll schon im Jahre 1697 inEngland erfunden worden seyn, doch wurde sie erst im 18. Jahrhun-dert fabrikinässig benutzt, und die so gewonnene Säure erhielt denNamen Englische Schsvefelsäure, welchen Namen sie auch jetzt nochführt, obgleich dergleichen Schwefelsäurefabriken nachher in allen Län-dern errichtet worden sind.
Die Schwefelsäure kommt demnach im Handel unter dem NamenSächsisches Vitriolöl und Englische Schwefelsäure vor, je nachdem sienach der ersten oder zweiten Methode bereitet worden-ist.
Die sächsische Schwefelsäure kann nur aus dem Eisenvitriol (schwe-felsaurem Eisenoxydul) und nur an den Orten, wo dieses Salz sehrwohlfeil erzeugt wird, wie am Harz, in Böhmen u. s. w., gewonnenwerden; die schwefelsauren Salze mit sehr mächtigen Basen, wie schwe-felsaures Kali, Natron, Baryt, Kalkerde u. s. w., lassen auch in derstärksten Hitze ihre Säure nicht fahren; andere, wie schwefelsaureThonerde, Kupferoxjd, erfordern eine so grosse Hitze zur Austreibungder Schwefelsäure, dass diese dabei in Sauerstoff und schweflichteSäure, welche beide gasförmig entweichen, zerfällt, was bei dem Ei-senvitriol nur zu einem kleinen 1'heile und aus einem andern Grundeerfolgt. Dieses Salz enthält nämlich 7 Loth Krystallwasser, von denen6 Loth ihm leicht durch Erhitzen entzogen werden können. Diesesgeschieht in Calciniröfen, worauf das weisse calcinirte noch 1 LothWasser enthaltende Salz in Kruken von Steingut gebracht wird, welcheman in einen sogenannten Galeerenofen, in dem 120 Kruken durcheine Feuerung erhitzt werden, einlegt. Bei langsam angehender Feue-rung wird zuerst das in dem Salze enthaltene Eisenoxydul auf Kosteneines Theils der Schwefelsäure oxydirt und in Eisenoxid verwandelt,wobei die eines Theils Sauerstoff beraubte Schwefelsäure als Schwef-lichtsäuregas entweicht. Sobald die Entwickelung dieses Gases auf-