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1 (1839) Einfache Mittel
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ACIDUM SULPHURJCUM

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hört, wird nun bei verstärkter Hitze auch das schwefelsaure Eisenoxydin der Art zersetzt, dass die bei hohen Hitzegraden flüchtige Schwefel-säure zuerst noch mit dem von dem Salze zurückgehaltenen Wasser,dann aber im wasserleeren Zustande in die nun angefügte Vorlageüberdestillirt, das feuerbeständige Eisenoxyd aber zurückbleibt, wel-ches nach dem Auswaschen unter den- Namen Colcothar, englischRoth, Caput mortuum Vitrioli, als Farbenmaterial in den Handel ge-bracht wird.

Die Säure kommt gewöhnlich in steinzeugenen Flaschen, ungefähr40 Pfund enthaltend, vor, ist mehr oder weniger dunkel gefärbt undhat bisweilen ein spec. Gewicht von 1,890. In Berührung mit derLuft stösst sie einen weissen Rauch aus, welches darin seinen Grundhat, dass sie zwei verschiedene Modificationen von Schwefelsäure ent-hält, deren Erörterung aber erst im 2ten Theile erfolgen kann; vondieser Eigenschaft führt sie auch die Benennung rauchende Schwe-felsäure.

Die sächsische Schwefelsäure steht höher im Preise als die engli-sche, weil die Bereitungskosten grösser sind, dennoch wird sie gesucht,weil sie eine eigene Anwendung hat, wozu die englische nicht mitgleichem Vortheil gebraucht werden kann, nämlich zur Auflösung desIndigo für die Art der Färbung von Wolle, welche den Namen Säch-sisches Blau erhalten hat.

Die englische Schwefelsäure wird durch Verbrennung des Schwe-fels auf Kosten der Luft bereitet. Der Schwefel kann sich aber hier-bei, und selbst beim Verbrennen im Sauerstoffgase nicht höher als zurschweßichten Säure oxjdiren; man muss daher dafür sorgen, dass sichgleichzeitig ein Körper entwickele, welcher die schweflichte Säure be-stimmt, sich zu Schwefelsäure zu oxydiren. Ein solcher Körper istdas Stickstoffoxydgas, welches durch Verbrennung des dem Schwefelin dem Verhältnis» von J /i 2 bis % beigemischten Salpeters erzeugt wird.Die in dem Salpeter an das Kali gebundene Salpetersäure wird näm-lich zerlegt in Sauerstoffgas, welches mit dem Schwefel noch einenAntheil schweflichter Säure bildet, und in das erwähnte, gleich derSalpetersäure üus Sauerstoff und Stickstoff, nur in einem andern Ver-hältnisse , bestehende Stickstoffoxydgas. Wenn dieses Gas mit, derLuft in Berührung kommt, so verwandelt es sich durch Anziehung vonSauerstoff in salpetrichte Säure, welche mit der Feuchtigkeit der Luftzu Dämpfen von wasserhaltiger salpetrichter Säure wird", Von diesenDämpfen wird das schw eflichtsaure Gas condensirt, wefcb.es der salpe-trichten Säure zugleich den Sauerstoff, dessen er zur Umwandlung inSchwefelsäure bedarf, und das Wasser entzieht, welches nöthig ist,um diese in wasserhaltige Schwefelsäure zu verwandeln, während diesalpetrichte Säure wieder zu Stickstoffoxydgas wird, welches bei hin-reichend vorhandener feuchter atmosphärischer Luft die eben vollendete

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