Druckschrift 
1 (1839) Einfache Mittel
Entstehung
Seite
3
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

ABSINTIHC7M

oder mehrere aufrechte, stielrunde, fast filzige, an der Basis holzige,krautartige Stengel von 3 bis 4 Fuss Höhe. Die Blätter durch einendünnen Filz, besonders an der untern Fläche, blassgrau, gestielt, dieuntern dreifach fiedertheilig mit stumpfen, gezähnten Lappen, höhernach oben immer einfacher, mit spitzeren Lappen, die obersten einfachfiedertheilig und ganz einfach lanzettförmig zugespitzt. Die gelben,fast kugelrunden Blüthenköpfchen stehen an den abstehenden Aesten inzahlreichen, einseitigen, wenigblüthigen Trauben auf kurzen nickendenBliithenstielchen, die gelben Blüthchen stehen auf einem mit langenBorsten besetzten Blüthenboden.

Bei der eultivirten Pflanze, die höher wird, auch grössere Blüthenbekommt, verliert sich zum Theil die graue Farbe, sie büsst aber auchzugleich einen grossen Theil ihrer Arzneikräfte ein.

Alle Theile dieser Pflanze haben einen eigenthümlichen starkenGeruch und einen ausnehmend bittern und gewürzhaften Geschmack.

Man sammelt sowohl das Kraut, als auch die Blüthentheile (Sum-mitates AhsinthW).

Der Wermuth enthält ein sehr kräftiges ätherisches Oel. Nach Ha-gisn 'und Dörpfubt erhält man aus 20 Pfunden trocknen Krauts 1,H bis 2 Unzen ätherisches Oel von brauner Farbe. An wässrigemExtract giebt der Wermuth beinahe den dritten Theil seines Gewichts.Wibgmann erhielt von dem jungen saftigen Kraute aus 1 Pfunde 5 Un-zen Extract, aus dem obern fast blühenden Theile nicht 4 Unzen, aberweit bitterer, und vom Pfunde über 2 Scrupel Oel.

Nächst dem ätherischen Oele ist es das bittere Princip, durchwelches hauptsächlich die -arzneilichen Wirkungen des Wermuths be-dingt sind. Um jenes Princip im reinen Zustande darzustellen, schlugCaventou (Buchn. Repert. XXXI. 112.) den wässerigen Wermuthsauf-guss mit einer Auflösung des essigsauren Bleioxyds nieder, entferntedas überschüssige Bleisalz aus der Flüssigkeit durch Schwefelwasser-stoffgas und erhielt durch Abdampfen der klar filtrirten Flüssigkeit einebraune, schmierige, sehr bittere Masse, die zum Theil von Alkohol,mit -t Aether gemischt, aufgenommen wurde, nach dessen Verdunstungeine braune, spröde,' sehr bittere Substanz zurückblieb, die Cavhntouals den reinen Bitterstoff des Wermuths annahm. Mkin (Annal. d.Pharm. 1834. VIII. 61.) dampfte die wässerigen Auszüge, durch Ue-bergiessen des frisch gesammelten und schnell getrockneten Wermuthsmit wenig warmem Wasser und Auspressen bereitet, im Wasserbadebis zur Syrupsdicke ab, nahm in Alkohol von 0,820 auf, destillirte denWeingeist ab, dampfte-dann noch bis zur Sjrupsdicke ab und setztenun Wasser hinzu, worauf sich ein Theil des Bitterstoffs in harzähn-lichem Zustande abschied, während ein anderer Theil durch den Ex-traktivstoff und Schleimzucker in der Lauge aufgelöst erhalten wurde.Diese wurde daher abgedampft, in Alkohol gelöst, der Extraktivstoff

1*