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XVI Vorrede zur lateinischen Pharmakopoe
Von einigen Präparaten haben wir vorgeschrieben,dass sie auf einem sorgfältigem und mit den Vorschriftender Wissenschaft mehr übereinstimmenden Wege bereitetwerden sollen. Alle Präparate müssen nach unserer undnicht nach einer andern Vorschrift bereitet werden. Da-her haben wir nur diejenigen Merkmale hinzugefügt, wel-che die auf diese Weise bereiteten zeigen, und auch dieFehler, welche dann gewöhnlich vorkommen können, ha-ben aber diejenigen unbeachtet gelassen, welche bei An-wendung einer andern Bereitungsweise sich zu ereignenpflegen oder durch Betrug hervorgebracht werden, denndiesen wird auf keine Weise eine Stelle eingeräumt. Diein der zweiten Abtheilung angezeigten Präparate und Com-posita müssen von dem Apotheker selbst in seinem La-boratorium bereitet und nicht anderwärts gekauft und be-zogen werden.
Dem ersteren Theile haben wir zuerst in dieser Aus-gabe einen zweiten hinzugefügt, welcher diejenigen Arz-neimittel enthält, die nicht immer vorräthig seyn dürfen.In diesem ist die Bereitungsweise einiger Arzneimittel an-gezeigt, welche entweder seltener von den Aerzten ver-langt werden, oder, wenn sie auch häufiger gefordertwerden, doch schnell bereitet und nicht lange aufbewahrtwerden können. Nützlich hat es uns geschienen, dassdiese Arzneimittel in einer jeden Officin nach derselbenMethode oder nach derselben Vorschrift bereitet werden,und es wird nicht nöthig seyn, dass der Apotheker dieseFormeln, welche er hier findet, aus andern Büchern zu-sammensuche. Auf keine Weise wollen wir aber denArzt an diese Formeln gebunden wissen, da er bei Ver-ordnung der Heilmittel nicht durch dergleichen Gesetzegefesselt werden kann.