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Valeriana

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mein, ehe die Stengel heworwachfen, und schnell zu trocknen. Ver-werflich ist die Wurzel der Vnleri-uin ?!»,, mit längerem Wurzel-stocke, von weniger durchdringendem Gerüche. Vorzüglich ist dieenglische Valeriana, mit dünnern, kürzeren Fasern von stär-kerem Gerüche.

Valeriana oMcinÄÜs I^Inn. Der gemeine Baldrian.L>i,n. ri. I!I. 'I'l'iÄndt'w. Ulcl. I. MonnA-ni».Jus», ci. XI. 0r>I. 2. V-lleriauelre.

Der gemeine Baldrian wächst durch ganz Europa, liebt feuchte, sumpfigeOrte und Gebüsche, findet sich aber auch an trocknen, bergigen Orten. Esgiebt von dieser Pflanze zwei Varietäten, eine mit schmäleren und eine mitbreiteren Blättern. Von der ersteren hatte man die Meinung, daß diesedie vorzüglichste Wurzel liefere, und daß die letztere, an sumpfigen Stellenvorkommend, eine viel unwirksamere Wurzel gebe. Geiger (Magazin 1624.VII. S. 14.) bat diese Meinung widerlegt, denn er fand die schmalblättrigeVarietät in einer waldigen, sumpfigen Gegend, wogegen in den nahen Ge-birgen nur der gemeine mittlere Baldrian mit breitem gezahnten Vlattfie-dern vorkommt; der Gerllch der Wurzel vom gemeinen Baldrian war sowohlim frischen als im getrockneten Zustande weit starker, als von dem schmal-blättrigen, es muß also die Wurzel von dieser Pflanze, und zwar von derauf Bergen und an trocknen Orten gewachsenen gesammelt werden.

Die Wurzel des Baldrians ist aus einem Büschel dicker, weißlicher, läng-licher Fasern gebildet, welche wieder mit dünnen und feine» Fäserchen besetztsind. Der aufrechte Stengel.» welcher unten einfach, nach oben zu bisweilen23 dicholomische Aeste zeigt, ist walzenrund, gestreift, zottig, besondersnach unten zu, ungefähr 3 4 Fuß hoch. Die Blätter sind gegenüberste-hend, die untern gestielt, die obern sitzend, tief ficderspaltig, gleichsam gefie-dert, mit schmalen, spitzen, fast ganzrandigen Abschnitten. Die kleinen, blaßrosenfarbenen Blüthen stehen in einer Art von Afterdoldc, am Ende desStengels, und besitzen einen dem Hollundcr ähnlichen Geruch.

Der Baldrian blüht im Juni und Juli.

Die frische Wurzel ist weißlich und fast geruchlos, getrocknet wird siebraunschwärzlich, und erhält einen sehr durchdringenden, eigentümlichen, et-was campherartigen Geruch, und einen gewürzhaften, scharfen, anfangs et-was süßlichen, hintcnnach mehr bitterlichen Geschmack. Die Hauptwurzel er-reicht selten die Dicke eines Fingers, ist länglich, kurz und von allen Seitenmit langen, rabenkieldicken und dünnern, schlanken, zähen, mit kleinen haa-rigen Zäserchen besetzten Fasern umgeben. Die an feuchten Orten gesammel-ten sind dicker, weniger haarig, holzig, zerbrechlich, auswendig aschfarben-braun oder braungelb, inwendig dunkelfarbiger, zuweilen fast schwarz, ofthohl in der Mitte, riechen unangenehmer, sind von schärferem, aber nicht ge-würzhaftem Geschmacke und nicht so wirksam.

l. ö5