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1 (1828) Einfache Mittel
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Valeriana

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Trauben. Der Kelch ist fünftheilig; die Blumenkrone einblättrig, fünfspaltig.Die Frucht ist eine rundliche, erst grüne, bei der Reife schön rothe Beere.

Die Blüthezeit ist April bis Juni.

Die officinellcn Blätter dieser Pflanze findet man bisweilen verwechseltMit den Blättern der Preißclsbecre. Man erkennt diese daran, daß sie grö-ßer, dünner, eirund, am Grunde breiter, oben schmäler, auf der Oberflächedunkelgrün, glatt, auf der Unterfiäche aber weißlich, mit blaß bräunlichenoder schwarzbräunlichen Punkten bezeichnet sind. Sehr leicht zu erkennenist die Verwechselung mit den Blättern des Burbaums, welche größer, ei-rund oder rundlich, Heller grün, unten weder netzförmig geädert, noch braunpunktirt sind, frisch einen unangenehmen Geruch und widrig bitterlichen Ge-schmack haben, wogegen der Geschmack der Barentraubenblätter bitterlich-.zusammenziehend ist, und diese auch nach dem Trocknen einen schwachen,süßholzähnlichen Geruch haben.

Die Abkochung der Bärentraubenblätter ist bräunlich, schlägt den Leimziemlich reichlich nieder (enthält also Gerbestoff), und bringt in den orydirtenEisenauflösungen eine dunkelblaue Färbung, und in kurzer Zeit einen bläu-lich schwarzen Niederschlag hervor. Dieses giebt auch ein Unterscheidungs-zeichen von den Preißelsdeeren ab, deren Abkochung bloß eine schwache, insGraugrüne ziehende Trübung, und nach einiger Zeit einen feinen schmutzig-grünen Niederschlag bewirkt. Die Buibaumblätter verhalten sich eben so.

Der vorzüglich wirksame Bestandtheil der Bärentraubenblätter scheintder Gerbestoff zu seyn, und Zwar von der Art, wie er sich in den Gall-äpfeln findet. Sie werden in der Abkochung und auch in Pulverform alsharntreibendes Mittel, besonders gegen Steinbeschwerden, gebraucht. IhrGerbcstoff macht sie auch tauglich zur Färberei, wo sie die Stelle des Schmacksund des Blauholzes vertreten können, und wirklich werden sie auch in einigenGegenden hiezu benutzt. In Kasan wird der Saffian und in Rußland dasKalblcder damit gegerbt. In England soll man sie dem Rauchtabak bei-mischen, um ihm einen angenehmen Geruch und Geschmack zu ertheilen.Endlich bereiten die Schweden aus den Beeren durch Auspressen einen demZuckersafte nicht ganz unähnlichen Saft.

Valeriana minor. Die Wurzel. Valdrianwurzel.Valeriana oMcinaU» Iiinn. Eine ausdauernde Pflanze Eu-ropas.

Eine kurze, höckerige, sehr zahlreiche, lange, dünne, einehalbe Linie dicke, zusammengedrehte Wurzehasem ausschickendeWurzel (Wmzelstock), mit braunschwärzlicher Oberhaut, dicklicher,gleichsam mit Oel getränkter, um das Holz herum brauner Rinde,sehr dünnem, weißlichem Holze, von bitter-scharfem Geschmacke,und starkem etwas widrigem Gerüche. Im Frühlinge cinzusam-