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Lindberg son (Scherer's Allgem. nordische Annale» Vlll. S. 60.;und Berzelius Jahresbericht Istcr Jahrg. S. L?.) konnte das von Bran-des beschriebene, vermittelst ätzenden Talks und Alkohols erhaltene Hyos-cyanu'n im Bilsenkrautcrtracte nicht vorfinden, und er zweifelt, daß der nar-kotische Bestandtheil des Bilsenkrauts auch ein alkalischer, im Wasser unauf-löslicher Stoff sey. Der aus dem Bilsenkrautextracte durch Aetzammoniakerhaltene sparsame Niederschlag bestand bloß aus Phosphors. Ammoniaktalk.Dagegen stellte Lindbergson nach der Methode von Runge einen narko-tischen Stoff dar, indem er die siltrirte Lösung des Bilsenkrautes mit basi-schem essigsaurem Blei fällte, die über dem Niederschlage befindliche kaum ge-färbte Flüssigkeit abschied, Schwefelwasserstoff bis zur Zersetzung des darinbefindlichen Vleisahes hindurchströmen ließ, dann siltrirte, zur Trockne ab-rauchte, das Rückbleibsel mit Weingeist auszog, und die geistige Lösung, dieeine feurig rothe Farbe hatte, verdampfte. Der so erhaltene (essigsaure?)narkotische Stoff war nicht vollkommen trocken darzustellen, hatte einen scharfsalzigen Geschmack, war in Wasser vollkommen auflöslich, gab dem geröthe-ten Lackmusvapier eine bedeutend blaue Farbe wieder, zeigte auf Kurkumcpa-pier nur eine schwach bemerkbare Reaction, und bewirkte eine starke Dilata-tion der Pupille. Die kaiische Reaction rührte aber wahrscheinlich von Kaliher^ das aus den kalischen Salzen des Bilsenkrautes abgeschieden worden;das erzeugte basische essigsaure Kali ist in Weingeist auflöslich. Runge'sHyoscyaminbo.se stimmt mit dieser Substanz ganz überein. Nach Lind-bergson enthalt das Bilsenkraut: narkotischen Stoff; in Weingeist auflös-lichen Ertractivstoff, der keine narkotischen Eigenschaften besitzt; äpfels,,Phosphors., schwefels. und falzs. Kali, auch etwas salzs. Talkerde.
Buchner empfiehlt auch hier die bei Lellaäunn» angegebene Verftch-rungsweise, um vorzüglich wirksame Ertracte zu bereiten, wozu sich beson-ders die Saamen eignen, welche sich auch dadurch empfehlen, daß sie wohlstets von gleicher Wirksamkeit sind, wogegen die Blatter in verschiedenenJahrgängen nicht gleiche Kräfte besitzen, und beim Aufbewahren leicht Feuch-tigkeit aus der Luft anziehen, eine Art Währung erleiden und an Wirksam-keit verlieren. Ein solches Grtract ist so wirksam, daß die Erweiterung derPupille in ein paar Stunden den höchsten Grad erreicht, so daß die Irisganz verschwindet; auch hält die Erweiterung drei, ja bei Menschen sogarfünf Tage lang an, was dem Augenärzte sehr erwünscht ist. Endlich ist esnicht reizend, und verursacht keinen Schmerz. Auch aus diesen Saamen kannvorher das fette Oe! durch kaltes Auspressen gewonnen werden, doch mußbeim ersten Pressen etwas Wasser zugesetzt werden, sonst geben sie, beson-ders wenn sie recht trocren sind, sehr wenig Oel.
Das Bilsenkraut wird vorzüglich zur Bereitung des Eitracts, aber auchäußerlich zu erweichenden Umschlägen gebraucht.
Bei Vergiftungen mit Bilsenkraut sind anzuwenden: Brechmittel, Säu^ren und Kaffee.
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