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1 (1828) Einfache Mittel
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Pulver mit einer Lauge von kaustischem Kali digerirt wird; doch muß dasSalz recht fein pulverisirt seyn, und die Kalilauge auf einmal in einem gro-ßen Ueberschuffe zugesetzt werden. Auch aus der salpetersauren Quecksilber-oxydulauflösung wird es durch kaustisches Kali oder Ammoniak gefällt. DasQuecksilberoxydul ist ein schwarzes Pulver, welches im Tageslichte sowohl,als in der Siedehitze in metallisches Quecksilber und in Oxyd zersetzt wird,daher darf man bei der Bereitung mit kaustischem Kali keine Wärme an-wenden; wird das trockne Oxydul gelind erhitzt, so verflüchtigt sich metalli-sches Quecksilber und Oxyd bleibt zurück. Das Oxydul besteht aus 96,20Quecksilber und 3,80 Sauerstoff. 2) Das Oxyd. Man erhält dasselbe aufdie schon oben angezeigte Weise, nämlich durch anhaltendes Kochen unterZutritt der Luft, oder gewöhnlicher durch Zersetzung des salpetersauren Queck-silbers. Dieses Oxyd ist ein officinelles Präparat, und wird daher im 2tenTheile noch besonders eine Stelle finden. Es besteht aus 96,63 Quecksilberund 7,32 Sauerstoff.

Beide Verbindungen des Quecksilbers mit dem Sauerstoffe gehen alsBasen Verbindungen mit dem Säuren ein, stellen die Quecksilber-Oxydul- undOxydsalze dar, und geben verschiedene pharmaceutische Präparate,

Das metallische Quecksilber wird von der Salpetersäure in allen Tem-peraturen aufgelöst; von der Hydrochlorsäure (Salzsäure) und der Schwefel-säure dagegen wird es nicht in der Kälte angegriffen, durch Kochen mit letz-terer im concentrirten Zustande wird es oxydirt, es wird schweflige Säurefrey, und es bildet sich schwefelsaures Quecksilberoxydul oder Oxyd, je nachder Menge der angewandten Säure und der Dauer der Operation.

Mit Schwefel verbindet sich das Quecksilber leicht, und giebt eine nachdem verschiedenen Uggregationszustande verschieden gefärbte Masse; vergleichetinnc»b-»ri8.

Auch mit dem Chlor vereinigt sich das Quecksilber leicht. Wird Queck-silber im Chlorgase erhitzt, so erfolgt die Vereinigung unter Feuerentwicke-lung; es bildet sich einfach und doppelt Chlorquecksilber (Kalomel und Subli-mat), die zwei bis jetzt bekannten Verbindungsstufen, beide sehr wichtigepharmaceutische Präparate.

Die Verbindungen des Quecksilbers mit andern Metallen nennt manAmalgam«; sie können bei der gewöhnlichen Temperatur der Luft in flüssigerForm erhalten werden, und sind in mehr als einer Hinsicht merkwürdig. Beider Auflösung eines Metalls in Quecksilber finden wir, daß eine bestimmteVerbindung zwischen dem Quecksilber und dem zugesetzten Metalle im übrigenTheile des Quecksilbers aufgelöst ist, woraus die erste« oft krystallisirt, undvon welchem sie durch mechanische Mittel beinahe völlig abgeschieden werdenkann. Die Benutzung dieser Eigenschaft haben wir bei der Ausscheidung desGilbers und Goldes aus den Erzen kennen gelernt. Davy hatte wahrge-nommen, daß festes Wismuthamalgam mit festem Bleiamalgam eine flüssigeVerbindung bildet, Döbereiner (Zur pneum. Ch. V. 182S. S. 59.) be-merkte hiebei, daß während der Vereinigung beider Amalgame Kälte entsteht.