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1 (1828) Einfache Mittel
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Der wäßrige Aufguß ist gelblich, schmeckt angenehm süß, ohne merklichbittern oder kratzenden Nachgeschmack; «in zweiter Aufguß derselben Wurzelist dunkler und weniger angenehm; was zuletzt ausgelaugt wird, hat kaumnoch einen süßen, sondern mehr scharfen Geschmack.

Robiquet (Trommsd. I. XIX. 1. S. 271.) hat in einer sehr sorg-fältigen Untersuchung der Süßholzwurzel den eigenthümlichen süßen Bestand-theil derselben ausgeschieden, und es Glycion (besser Glycyrrhizin) genannt.Um dasselbe darzustellen, bereitet man einen recht concentrirten wäßrigenAufguß, kocht denselben auf, wobei ein Theil thierisch-vcgetabilischer Materiegerinnt, filtrirt ihn, und setzt nun Essigsäure zu, worauf erst wenige Flockenniederfallen, die sich aber allmälrg vermehren, und sich endlich zu einem reich-lichen gallertartigen, durchsichtigen Magma anhäufen, das, mit kaltem Wasserauf dem Filter ausgewaschen und von der anhängen Säure befreit, das reineGlycion darstellt, (Ist wohl wahrscheinlich essigsaures Glycion). Nach Do»bereiner erhält man es in völlig reinem Zustande, wenn ein kalter Auf-guß der Wurzel mit salzsaurem Zinnorydul gefällt, und der abgesonderteund ausgewaschene Niederschlag mit rettificirtem Weingeist von 0,85 spec.Gew. (— 50 Proc.) einige Stunden lang erhitzt wird. Dieser nimmt dengrößten Theil des Glycyrrhizins auf, welches sodann durch Verdunsten desWeingeistes rein erhalten wird. Es ist nicht krystallisirbar, sondern stellt einenspröden, harzartig glänzenden und durchscheinenden Körper von gelber Farbedar, besitzt den eigenthümlichen, lange anhaltenden süßen, etwas widerlichenSüßholzgeschmack, ist in Wasser und Alkohol auflöslich. In kaltem Wasserist es jedoch schwer löslich, schwillt darin nach und nach zu einer gelben gal-lertartigen, gleichsam körnig-krystallinischen Masse (Glycyrrhicinhydrat) auf;in heißem Waffer ist es leicht löslich, und die nicht zu verdünnte Lösung ge-steht beim Erkalten gallertartig, Die wäßrige Lösung ist, selbst mit Hefe«ersetzt, nicht gahrungsfähig, und wird von Säuren, so wie von mehrernMetallsalzen flockig oder käseartig niedergeschlagen. Der Niederschlag, wel-cher durch die eigentlichen Metallsalze, z. B. durch salzsaures Zinn, hervor-gebracht wird, wird durch Digestion mit Weingeist zum Theil wieder zersetzt.Robiquet behandelte ferner die frische und ein wenig ausgetrockneteWurzel mit Alkohol. Die stark gefärbte Tinctur wurde durch Wasser nichtgetrübt, aber beim Verdunsten des Alkohols erschienen auf der Oberflächeder Flüssigkeit bräunliche Tropfen, ahnlich einem verdichteten Oele, und essonderte sich auf diese Weise eine braune klebrige Masse ab, die, mit wenigkaltem Wasser ausgewaschen, im Anfange süßlich (von etwas beigemischtemGlycyrrhizin) schmeckte, bald aber eine sehr starke Schärfe entwickelte, dievorzüglich im Schlünde bemerklich war, Dieses Weichharz ist es, wel-chen» der deutlich scharfe Nachgeschmack der Süßholzwurzel zuzuschreiben ist.Wenn Robiquet die vorher mit Wasser ausgezogene Wurzel mit Alkoholbehandelte, so erhielt er eine harzige trockne Substanz (Hartharz) von gerin-gerer Schärfe. Pfaff vermuthct mit Recht, daß Weichharz und Hartharzneben einander im Süßholz eristiren.