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Aus dem von seinem Glycion durch Essigsäure befreiten Aufgüsse fällteessigsaures Blei einen reichlichen Niederschlag. Die dadurch entfärbte, unddann durch Schwefelwasserstoffgas von dem überschüssig zugesetzten Blei be-freite Flüssigkeit gab nach gehörigem Abrauchen und ruhigem Hinstellen einekrystallinische, dem Asparagin ahnliche Substanz, aus der durch Aetzkali Am-moniak entbunden, und die durch Salpetersaure nicht in Psianzensäure um-geändert wird. Durch das Blei waren Aepfel- und Phosphorsäure, und«ine braunfarbende animalische Substanz niedergeschlagen worden. Außerdemwurden noch Wachs, Stärkemehl und Eiweiß gefunden.
Robiquet giebt demnach folgende Bestandteile in der Süßholzwurzelan: Wachs; kratzendes Weichharz; eine dem Asparagin ähnliche Materie;Glycyrrhizin; Stärkemehl; Holzfaser; braune färbende Materie von thieri-scher Natur; Eiweißstoff; Aepfelsäure; Phosphorsäure; schwefels. und Phos-phors. Kalk; Phosphors. Bittererde.
Das Süßholz wird theils in Substanz, theils im Aufgusse oder in gelin-der Abkochung, theils als Ertract angewandt. Im Munde gehalten, stilltsie den Durst, und ist dadurch Wassersüchtigen angenehm. Der kratzendeharzige Bestandteil der Wurzel wird durch anhaltendes Kochen zum Nheilaufgelöst, und die Abkochung erhält dadurch einen kratzenden Nachgeschmack;die Wurzel muß daher bei Holztränkcn, denen sie zur Verbesserung des Ge-schmacks häufig zugesetzt wird, nur gegen Ende des Kochens zugesetzt, odermit der Abkochung infundirt werden.
Das Süßholz wird auch zu mehreren phormaceutischen Präparaten ge-braucht.
(3I^c^rl-Iu23. Der rohe Saft. 8uccu8 I^yuiritiae cru-
llu». Roher Lakrizensaft.
Wird durch Ausziehen der Wurzeln von 6ho)iil,i2a zladr»I^inn. im südlichen Europa bereitet.
Ein festes Eitroct, in cylindrischc Stangen geformt, schwarz,auf dem Bruche glänzend, sehr häusig mit Lorbeerblättern um-wickelt, von einem süßen schärflichen Geschmacke, im Wasser, mitHinterlassung der fremdartigen Theile, auflöslich. Der ange-brannte und mit Kupfer verunreinigte Saft werde verworfen, wasdurch den Augenschein oder durch eine polirte Eisenplatte, welchedas Kupfer abscheidet, erkannt wird.
Der Lakrizensaft wird hauptsächlich in Spanien und in Italien, in Ca-labrien, Sicilien, bereitet. Die zerschnittenen Süßholzwurzel» läßt man ei-nigemal aufkochen, drückt dieselben stark aus, und läßt die Flüssigkeit in einemkupfernen Kessel abdampfen. Wenn der Saft dick genug ist, wird er miteisernen Spateln herausgenommen, und zu 5 — 6 Zoll langen und ungefähr