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reiner Gerbestoff erhalten, sondern dieser bleibt stets mit andern Stoffen ver-bunden, nämlich theils mit dem in Galläpfelaufgusse enthaltenen Extractwstoff,theils mit den Fällungsmitteln, namentlich im ersten Falle mit Extractwstoffund wahrscheinlich etwas Salzsäure, im zweiten mit Gallussäure, kohlen-saurem Kali und kohlensaurer Kalkerde; im dritten Falle mit Extractwstoffund vielleicht einem Theile Schwefelsäure, wie die nähere Untersuchung desauf die angezeigte Weise erhaltenen Gerbestoffs bewiesen hat. Auch durchandere von Trommsdorff, Thomson, Bouillon Laglange «.empfohlene Methoden wird kein reiner Gcrbestoff erhalten. Es ist daherauch sehr schwierig, specisische Unterscheidungszeichen anzugeben, da das che-mische Verhalten der Gallussäure und des Gerbestoffes sehr viel Analogesdarbietet (Vergl. Pfaff's Syst. der 5I»t. med. II. S. 157.).
Dauy giebt die auflöslicb/n Bestandtheile von 500 Granen guter alep-pischer Galläpfel, die er so lange mit Wasser ausgezogen, bis sie erschöpftwaren, folgendermaßen M: Gerbestoff IZc»; Schleim und durchs Verdunstenunauflöslich gewordene Substanz 12; Gallussäure mit etwas Extractwstoff31; rückständig« Kalkerd« und Salze 12. 8. — 185 Gran. Die einge-äscherten Galläpfel geben eine sehr beträchtliche Menge Kalkerde.
Braconnot (Nrommsd. N. I. III. 2. S. 393.) hat noch «ine be^sondere Säure, Heise elw^iyue von ihm genannt, aus den Galläpfeln dar-gestellt, die in gewisser Hinsicht zwischen der Milchzucker- und der Harnsäurein der Mitte steht. Wenn man nämlich den Niederschlag, der sich in demconcentrirten Galläpfelaufgusse nach einigen Wochen an der Luft gebildet hat,mit kochendem Waffer behandelt, so sondert sich ein unauflösliches weißfah-les Pulver ab, das fast gänzlich aus jener neuen Säure nebst einer kleinenMenge gallussauren Kalks, schwefeis. Kalks und einer braunen färbendenMaterie besteht. Sie ist in kochendem Waffer kaum auflöslich, röchet kaumdas Lackmuspapier, neutralisirt aber vollkommen die Basen, und giebt mitihnen eben so unauflösliche Salze, als die Gallussäure. Als charakteristischfür diese Säure wird noch angegeben, daß die Salpetersäure durch Wärmeunterstützt st« roth färbt, was endlich in Blutroth übergeht; fortdauerndeEinwirkung der Salpetersäure verwandelt diese Säure endlich in Kleesäure.Lhevreul hält aber diese Säure für ein Gemisch von Gallussäure, vonflüchtigem gelbem Farbestoffe, von rothem Farbestoffe, von stickstoffhaltigerMaterie und von etwas Kalk und Eisen.
Bei der Destillation der Galläpfel mit Waffer geht zwar keine Gallus-säure über, denn das Destillat röthet das Lackmuspapier nicht, und ertheiltden Eisenauflösungen keine blaue Farbe, aber wohl verflüchtigt sich ein eigen-thümliches Geruchsprincip, welches sich, wie Hagen bemerkt hat, als eintalgartiges ätherisches Oel darstellen läßt, wovon 6 Pfund gegen eine halbeUnze geben.
Die Galläpfel geben das wirksamste zusammenziehende Mittel ab; inVergiftungsfällen, wo adstringirende Gegenmittel angezeigt sind, als mitBrechweinstein, Brechwurzel «., wird eine starke GaUäpfelabkochung nützlich