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1 (1828) Einfache Mittel
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die Bildung der Gallussäure gehindert werde, wenn man den Galläpfelaufgußunter einer Glocke mit Quecksilber sperrt. Wuttig hat bestimmt die An-sicht aufgestellt, daß Gerbestoff und Gallussäure sich gegen einander bloß wieunvollkommene und vollkommene, mehr oder weniger orydirte Säure verhal-ten, womit auch die Meinung Scherer's übereinstimmt, der die Coexistenzdieser beiden Stoffe, des Gerbestoffes und der Gallussäure, als verschiedenerStoffe, neben einander läugnet, und die eigentliche Gallussäure als ein Pro-duct des Versuchs selbst ansieht.

Freilich stimmen die meisten übrigen Chemiker mit dieser Ansicht nichtüberein. Proust, der sich sehr viel mit diesem Gegenstande beschäftigt hat,so wie Richter, Davy u. A, behaupten die Coüxistenz beider Stoffe undauch Berthollet, wenn er gleich eine theilweise Bildung der Gallussäurewährend des Schimmelns des Galläpfelaufguffes als möglich annimmt, be-hauptet doch auch ausdrücklich die Präeristenz des größten Theils derselbenvor dem Schimmeln neben dem Gerbestoffe.

Die Gallussäure kann man entweder nach Deyeux durch trockne De-stillation der gepulverten Galläpfel, oder nach Scheele durch Schimmelndes Aufgusses bereiten, woraus die Säure sich sehr reichlich herauskrystalli-fiit. Um diese zu reinigen, kann man entweder, nach Proust, zu einerAuflösung derselben in dem 9 lOfachen Gewichte Waffer salzsaures Zinntropfenweise hinzusetzen, so lange noch Flocken entstehen, worauf man siltrirtund bis zur Hälfte abraucht, wo sich dann beim Erkalten Krystalle bilden,die man von der anhängenden Flüssigkeit befreit und durch wiederholtes Ab-tauchen neue Krystalle gewinnt; oder man kann sie nach Berthollet mitfrisch niedergeschlagenem Zinnoxyd behandeln, welches den Gerbestoff zurück-hält, wodurch eine Entfärbung der aufgelösten Säure bewirkt wird, diedann in sehr weißen Nadeln krystallisirt.

Die Darstellung eines reinen Gerbestoffes hat mehr Schwierigkeiten;man hat hierzu verschiedene Verfahrungsarten vorgeschlagen:

1) Niederschlagung des Gerbestoffes durch salzsaures Zinn, und nochma-lige Zerlegung des Zinntannats durch Hydrothionsäure, wobei der Gerbestoffsich allmälig in dem Waffer, womit ersteres übergössen ist, auflöst.

2) Die Niederschlagung durch kohlensaures Kali, wobei ein häusiger ausgelblichweißen Flocken bestehender Niederschlag zu Boden fällt, den Proustfür reinen Gerbestoff nahm.

3) Durch concentrirte Schwefelsäure, wodurch gleichfalls ein weißerflockiger Niederschlag zu Boden fällt, den man mit kaltem Wasser auswa-schen, dann in heißem Wasser auflösen, und die noch verbundene Säure mitkohlensaurem Kali sättigen soll, um in dem alsdann erfolgenden Niederschlageleinen Gerbestoff zu erhalten.

4) Grotthuß bringt Galläpfelaufguß in den Kreis der VoltaischenSäule, wo sich am -s- Pole die Gallussäure, am Pole der Gerbestoff,und zwar in weißen käsigen Flocken abscheidet.

Durch leine dieser Methoden (vielleicht mit Ausnahme von 4) wird aber

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