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Kalla«
und zum Theil an den Winden des Gefäßes als eine Rinde, welche mit kör-nigen, glänzenden, graulichgelben Krystallen bedeckt ist, und die sich auchunter der Schimmelhaut finden, ab. Der Aufguß hat dabei seinen zusammen-ziehenden Geschmack fast gänzlich verloren. Dieser ganze Absatz ist Gallus-säure, aus den weißen Galläpfeln beinahe vollkommen rein, aus den schwar-zen mit Gerbestoff und Extractiustoff verbunden.
Das Decoct der Galläpfel läßt beim Erkalten eine ziemliche Menge ei-ner dicken, schmutzig grauen, elastischen Materie fallen, welche an der Luftdunkler wird, und größtenthM aus Gerbestoff mit etwas Extraktivstoffe ver-bunden besteht.
Der Weingeist zieht beinahe eben so viele auflösliche Theile aus denGalläpfeln, als das Wasser aus. Die geistige Tinctur verhält sich im We-sentlichen mit den Reagentien so wie der wäßrige Aufguß; sie schimmelt abernicht, und läßt daher quf diesem Wege keine Gallussäure ausscheiden.
Das merkwürdige, in dem Obigen angegebene Verhalten der Galläpfelhatte schon früher die Aufmerksamkeit der Chemiker angezogen. Berg»mann hat aber zuerst die Meinung geäußert, daß in den Galläpfeln eineeigenthümliche Saure existire, worüber Morveau, Maretund Duran-d e die ersten entscheidenden Versuche anstellten. Scheele gelang es aufeinem ganz neuen Wege, diese Säure in reichlicher Menge und hinlänglicherReinheit darzustellen, nämlich durch Schimmeln des concentrirten wäßrigenGalläpfelaufgusses. Bald wurde aber auch bei den von Seguin im Gro-ßen angestellten Gerbeversuchen die merkwürdige Eigenschaft der Galläpfel,mit der Leimauflösung einen unauflöslichen Niederschlag zu bilden, so wieauch das Kalkwasser reichlich niederzuschlagen, ausgemittelt, und dieses zu-sammenziehende, gerbende Princip Gerbestoff, Tannin, genannt. DieserStoff wurde ein Gegenstand der Arbeiten der ausgezeichnetsten Chemiker, wo-bei das Verhältnis; desselben gegen die Gallussäure, die Methode, beide Stoffevon einander zu scheiden, und jeden rein für sich darzustellen, die Fest-setzung der Eigenschaften beider in den mannigfaltigsten Beziehungen u. f. w.vorzüglich im Augenmerk waren.
Beide Substanzen, der Gerbestoff und die Gallussäure, haben in meh-reren Eigenschaften so große Aehnlichkeiten, daß man sie in mancher Hinsichtfür identisch nehmen könnte, daher sie manche Chemiker auch nur als Modi-ficationen, und nicht wesentlich von einander verschieden ansehen. Es istnämlich merkwürdig, daß in demjenigen Processi, durch welchen die Gallus-säure am reichlichsten gewonnen wirb, nämlich durch Schimmeln eines Gall-öpfelaufgusses, der Gerbestoff größtentheils verschwindet, während zugleichSauerstoff aus der Luft absorbirt wird. Hier scheint also der Gerbestoffdurch Oxydation in Gallussäure übergegangen zu seyn. Diese Wahrschein-lichkeit wird durch Pfa ff's Versuche beinahe zur Gewißheit, aus welchenfolgte, daß ein Galläpfelaufguß, aus welchem der größte Theil des Gerbe-stoffs durch Leimauflösung vorher niedergeschlagen worden ist, unter denselbenUmständen fast gar keine Gallussäure giebt; daß ferner das Schimmeln und